Kultur | Lesezirkel

Winternacht (Joseph von Eichendorff) 
- Wintergedicht -

4. Januar 2019

Win­ter­nacht

Ver­schneit liegt rings die gan­ze Welt,
Ich hab‘ nichts, was mich freu­et,
Ver­las­sen steht der Baum im Feld,
Hat längst sein Laub ver­streu­et.

Der Wind nur geht bei stil­ler Nacht
Und rüt­telt an dem Bau­me,
Da rührt er sei­nen Wip­fel sacht
Und redet wie im Trau­me.

Er träumt von künf­ti­ger Früh­lings­zeit,
Von Grün und Quel­len­rau­schen,
Wo er im neu­en Blü­ten­kleid
Zu Got­tes Lob wird rau­schen.

Joseph von Eichen­dorff


Das Bild ist vom letz­ten Win­ter. Ges­tern hat es hier in Dres­den zwar tags­über hef­tig geschneit. Davon ist aber mitt­ler­wei­le lei­der nichts mehr übrig. Ich wün­sche mei­nen Lesern an die­ser Stel­le noch ein

geseg­ne­tes neu­es Jahr 2019.

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