Zeitgeschehen

8 Milliarden faule Eier: Rundfunkbeitrag verfassungswidrig? 
Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts erwartet

16. Mai 2018

Heu­te und Mor­gen ver­han­delt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he gleich über vier Ver­fas­sungs­be­schwer­den gegen den Rund­funk­bei­trag. Drei davon wur­den von Pri­vat­per­so­nen erho­ben, eine vom Auto­ver­mie­ter Sixt.

Die Beschwer­de­füh­rer rügen vor allem

  • eine feh­len­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz der Län­der zum Erlass der Umset­zungs­ge­set­ze zum 15. Rund­funk­än­de­rungs­staats­ver­trag, da der Rund­funk­bei­trag eine Steu­er sei,
  • Ver­stö­ße gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Haus­hal­te ohne Emp­fangs­ge­rä­te, Ein- und Mehr­per­so­nen­haus­hal­te, Zweit­woh­nun­gen),
  • die Bei­trags­er­he­bung für Kraft­fahr­zeu­ge, die nicht aus­schließ­lich zu pri­va­ten Zwe­cken genutzt wer­den und
  • die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der degres­si­ven Bei­trags­er­he­bung nach der Mit­ar­bei­ter­zahl in einer Betriebs­stät­te.

Vor allem beim ers­ten Punkt sehe ich Poten­ti­al dafür, daß das obers­te deut­sche Gericht, dem Runk­funk­bei­trag in sei­ner gegen­wär­ti­gen Form ein Ende berei­ten könn­te. Wenn der Gesetz­ge­ber zum Han­deln gezwun­gen wird, ist er gzwun­gen, sich mit viel­fäl­ti­gen poli­ti­schen Druck aus­ein­an­der­zu­set­zen. Der Rund­funk­bei­trag könn­te dann, ähn­lich wie in der Schweiz gesche­hen, zumin­dest deut­lich gesenkt und die öffent­lich-recht­li­chen (Staats-)Medien emp­find­lich ein­ge­dampft wer­den.

Gegen­wär­tig beträgt das Bei­trags­auf­kom­men etwa 8 Mil­li­ar­den Euro und finan­ziert nicht nur üppi­ge Inten­da­ten­ge­häl­ter, üppi­ge Alters­be­zü­ge und einen Ver­wal­tungs-Was­ser­kopf, son­dern sind auch immer mehr dem Vor­wurf einer ein­sei­ti­gen, links­las­tig-pro­is­la­mi­schen und regie­rungs­na­hen Bericht­erstat­tung aus­ge­setzt.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts wird ver­mut­lich end­lich Licht ins Dun­kel des umstrit­te­nen The­mas Rund­funk­bei­trä­ge brin­gen. Bereits letz­tes Jahr hat­te das Gericht dazu einen umfas­sen­den Fra­ge­ka­ta­log an die Lan­des­re­gie­run­gen, die Land­ta­ge, den Bun­des­rat, den Bun­des­tag und die öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk­an­stal­ten ver­sandt.

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