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Katholische Laienvertretung schießt gegen AfD und konservative Katholiken 
Dieses „ZDK“ vertritt mich nicht!

8. September 2018

Wenn es um Katho­li­ken und Poli­tik in Deutsch­land geht, prescht regel­mä­ßig das „Zen­tral­kom­mi­tee der deut­schen Katho­li­ken (ZDK)“ und sei­ne Prot­ago­nis­ten mit irgend­wel­chen Mei­nungs­äu­ße­run­gen und Stel­lung­nah­men her­vor. Das „ZDK“ ver­steht sich als Lai­en­or­ga­ni­sa­ti­on und meint, die Inter­es­se der Katho­li­ken zu ver­tre­ten – bei Bedarf auch gegen die eige­ne Kir­che. Zu sei­ner Finan­zie­rung die­nen auch Ein­nah­men aus der Kir­chen­steu­er.

Dabei habe ich als Katho­li­kin in die­sem Land kei­ner­lei Ein­fluß auf die Zusam­men­set­zung des „ZDK“. Es ist nicht demo­kra­tisch legi­ti­miert. Auch nicht vor der Kir­che und schon gar nicht von Gott selbst. Das „Zen­tral­kom­mi­tee der deut­schen Katho­li­ken“ ist min­des­tens so demo­kra­tisch legi­ti­miert, wie es das „Zen­tral­kom­mi­tee der SED“ frü­her in der DDR war. Ich habe auf Zusam­men­set­zung und poli­ti­sche Aus­rich­tung des Ers­te­re (als prak­ti­zie­ren­de Katho­li­kin) heut­zu­ta­ge nicht mehr Ein­fluß wie ich auf das Letz­te­re in der DDR ja gehabt hät­te.

Aber das „ZDK“ meint für mich und alle ande­ren Katho­li­ken im Land spre­chen zu kön­nen. Dabei wur­de ich nie gefragt und man hat mit mir auch nie über die Aus­rich­tung gespro­chen.  Klaus Kel­le faßt sei­ne Beden­ken gegen das ZDK wie folgt zusam­men:

„Allein der Begriff “Zen­tral­kom­mi­tee” löst in mir eine his­to­risch ver­ur­sach­te instink­ti­ve Abnei­gung aus. Das, was dort aller­dings ohne jede demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on unter dem Fir­men­schild “katho­lisch” ver­an­stal­tet wird, ärgert mich noch mehr. Das ZdK will ja nach eige­ner Defi­ni­ti­on “die Anlie­gen der Katho­li­ken in der Öffent­lich­keit” ver­tre­ten. Ich bin katho­lisch, ich habe das ZdK nicht dar­um gebe­ten, mei­ne Anlie­gen zu ver­tre­ten, und ich ken­ne vie­le Katho­li­ken, denen es lie­ber wäre, es gäbe über­haupt kein ZdK, son­dern eine Kir­che, die sich aus­schließ­lich an Bibel und Aus­le­gung durch die Kle­ri­ker ori­en­tiert.“ (Klaus Kel­le)

In der Ver­gan­gen­heit mein­te man es beim „ZDK“ näm­lich mit der katho­li­schen Lehr­mei­nung nicht so ernst und setz­te sich auch gern mal dar­über hin­weg.

Nun hat Tho­mas Stern­berg, Prä­si­dent des „ZDK“, wie­der ein mal voll zuge­langt. Gegen­über der „Neu­en Ost­na­brü­cker Zei­tung“ schoß er eine vol­le Breit­sei­te gegen kon­ser­va­ti­ve Katho­li­ken in Deutsch­land: Die AfD sei „rechts­ra­di­kal“ und des­halb von Katho­li­ken nicht zu wäh­len.

„Ich rufe zum über­grei­fen­den Wider­stand aller frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Kräf­te auf. Es muss unmiss­ver­ständ­lich deut­lich wer­den: So etwas geht in die­sem Land nicht, so etwas wäh­len wir nicht, so etwas wol­len wir nicht.“ (Tho­mas Stern­berg)

Auf die in Chem­nitz zuta­ge getre­te­nen Pro­blem sei­en nach Stern­bergs Mei­nung mit sozi­al­po­li­ti­schen Maß­nah­men zu reagie­ren. – Als „rechts­ra­di­kal“ kann die AfD frei­lich nur der bezeich­nen – wie auch der Domi­ni­ka­ner­pa­ter und „ZDK“-Kritiker Wolf­gang Ocken­fels fest­ge­stellt hat – wer das Par­tei­pro­gramm nicht gele­sen hat. Inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung macht frei­lich eini­ge Mühe, zumal, wenn man selbst kei­ne aus­rei­chen­de Pro­blem­lö­sungs­kom­pe­tenz besitzt. – Den Rest las­sen wir jetzt mal so ste­hen.

Was tute ich also? Zum Wider­stand gegen das „Zen­tral­kom­mi­tee“ wer­de ich nicht auf­ru­fen. Das ist die Sache nicht wert und ich habe weiß Gott wich­ti­ge­res zu tun! Um die Sache aber klar zu stel­len, fin­det sich ab sofort rechts in der Leis­te sich ein deut­li­cher Hin­weis dar­auf, daß ich von die­sem „Zen­tral­kom­mi­tee“ NICHT ver­tre­ten wer­de und es des­halb in Gän­se­füß­chen set­ze. Ich las­se mich nicht poli­tisch ver­ein­nah­men und zu betreu­tem Den­ken ist mein Gehirn sowie­so nicht in der Lage. Zwar ste­he ich selbst mit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil und sei­nen kata­stro­pha­len Fol­ge für die Kir­che auf Kriegs­fuß. Aber genau die­ses Kon­zil, das auch das Fun­da­ment ist, auf dem das „ZDK“ baut, hat mit par­tei­po­li­ti­scher Ein­fluß­nah­me auf Katho­li­ken näm­lich Schluß gemacht.


Letz­te Aktua­li­sie­rung: 10. Sep 2018 @ 20:21

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