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Das Märchen vom Fachkräftemangel: Zuwanderung bremst den Fortschritt aus (Teil 1) 
Deutsche Wirtschaft zwischen Utopie und Neokolonialismus

21. August 2018

Um es vor­ab klar zu stel­len: Den all­seits beklag­ten Fach­kräf­te­man­gel gibt es nicht. Statt des­sen gibt es einen Man­gel an Arbeit­ge­bern, die bereit sind, sind um ihre (auch poten­ti­el­len) Mit­ar­bei­ter zu bemü­hen, ihnen attrak­ti­ve Arbeits­be­din­gung und fai­re Löh­ne bzw. Gehäl­ter zu bie­ten.

Bereits im Jah­re 2017 stell­te Jakob Osman im „mana­ger maga­zin“ fest, daß es den etwa bei Inge­nieu­ren immer wie­der pro­pa­gier­ten Fach­kräf­te­man­gel über­haupt nicht gebe und die ent­spre­chen­den Pro­gno­sen schlicht falsch sei­en. Tat­säch­lich gebe es in bestimm­ten Bran­chen (z.B. Erzie­her, Pfle­ge­kräf­te, Maschi­nen­bau­er, Hand­wer­ker) vie­le offe­ne Stel­len und es ist nahe­zu unmög­lich, sie zu beset­zen. Aber hin­ter dem rea­len Man­gel an qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal ste­he kei­ne so möch­ti­ge Lob­by, wie hin­ter dem Schein-Man­gel. Und selbst die­ser Man­gel sein haus­ge­macht und damit aus eige­ner Kraft zu lösen.


- Anzei­ge -

Wer soll etwa als Pfle­ge­kraft arbei­ten, wenn er – unter mög­li­cher­wei­se men­schen­un­wür­di­gen Arbeits­be­din­gun­gen (Stich­wort „Renn­pfle­ge“)-  für den durch­schnitt­lich zu erwar­ten­den Lohn von etwa 2000 bis 2200 Euro brut­to in vie­len Regio­nen die­ses Lan­des kei­ne Fami­lie mehr durch­brin­gen kann? Daß sich die poten­ti­el­len Pfle­ge­kräf­te dann lie­ber einen bes­se­ren und vor allem bes­ser bezahl­ten Job suchen, folgt aus dem Gesetz des Mark­tes.

Wel­che Lösung wird uns nun aber für den ver­meint­li­chen Fach­kräf­te­man­gel ange­bo­ten? Zuwan­de­rung aus dem Aus­land. Seit Beginn der Flücht­lings­kri­se ver­such­te man uns den Mas­sen­zu­strom aus dem Nahen Osten und mitt­ler­wei­le auch aus Afri­ka u.a. damit schmack­haft zu machen, daß die­se Men­schen eben auch den Fach­kräf­te­man­gel besei­ti­gen wür­den. Die „taz“ gab schon Anfang 2015 die Rich­tung vor und sah eine „Fach­kräf­te-Flut“ [sic!] über Deutsch­land her­ein­bre­chen. Und nur wenig spä­ter glaub­te der Deut­sche Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) in den „Flücht­lin­gen“ laut „Welt“ ein Fach­kräf­te­re­ser­voir ent­deckt zu haben. Daim­ler-Chef Die­ter Zet­sche träum­te sich sogar in die 50er und 60er Jah­re zurück, als er – so damals die „FAZ“ – in den „Flücht­lin­gen“ wohl­mög­lich „eine Grund­la­ge für das nächs­te deut­sche Wirt­schafts­wun­der“ zu erken­nen glaub­te.

Dabei stell­te der Bil­dungs­öko­nom Lud­ger Wöß­mann bereits im Dezem­ber 2015 in einem Inter­view mit „Zeit Online“ fest, daß zwei Drit­tel der „Flücht­lin­ge“ kaum lesen und schrei­ben kön­nen. Sie sei­en weit über­wie­gend nur als Hilfs­kräf­te geeig­net, wie der dama­li­ge Chef des ifo-Insti­tuts, Hans-Wer­ner Sinn, im glei­chen Jahr in einem Inter­view mit der „FAZ“ erklär­te. Das füh­re auf­grund der gerin­ge­ren Pro­duk­ti­vi­tät der neu in den Arbeits­markt stö­men­den zu einem Sin­ken des deut­schen Pro-Kopf-BIP. Der Öko­nom Gabri­el Fel­ber­mayr ver­an­schlag­te damals für 1,1 Mil­lio­nen „Flücht­lin­ge“ jähr­li­che Kos­ten von 21,2 Mil­li­ar­den Euro. Davon ent­fie­len 11 Mil­li­ar­den Euro auf Unter­brin­gung und Ver­pfle­gung und 10 Mil­li­ar­den Euro auf Ver­wal­tung, Poli­zei und Schu­len.

Erst letz­tes Jahr wur­de das laut „Welt“ durch eine Stu­die des „Köl­ner Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft“ (IW) bestä­tigt. Die Stu­die kommt u.a. zu dem Ergeb­nis, daß der Mas­sen­zu­strom von „Flücht­lin­gen“ unser all­ge­mei­nes Bil­dungs­ni­veau senkt und den Nied­rig­lohn­sek­tor ver­grö­ßert. Neun Pro­zent aller erwach­se­nen „Flücht­lin­ge“ hät­ten nie eine Schu­le besucht, 24 Pro­zent sie ohne Abschluss ver­las­sen. Wenn das Niveau in den Schu­len sin­ke, lei­den dar­un­ter die Bil­dung aller Schü­ler und damit auch die deut­sche Wirt­schaft. Des­halb müs­se man end­lich von dem Gedan­ken abrü­cken, durch (unkon­trol­lier­te) Flucht und Migra­ti­on aus den Kri­sen­ge­bie­ten die­ser Welt das Fach­kräf­te­pro­blem [sofern es das über­haupt gibt] zu lösen.

Eine denk­bar schlech­te Aus­gangs­la­ge für den auf Qua­li­fi­ka­ti­on aus­ge­rich­te­ten deut­schen Arbeits­markt. Fach­kräf­te durch (unkon­trol­lier­te) Ein­wan­de­rung? Fehl­an­zei­ge!

Wei­ter in Teil 2


Ver­öf­fent­licht bei Ste­e­mit. Letz­te Aktua­li­sie­rung: 26. Aug 2018 @ 19:31

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