Deutschland | International | Zeitgeschehen

Freiheit und Demokratie ohne Weiße? 
Die deutsche Außenpolitik hat sich unter Heiko Maas in eine Scheinwelt verabschiedet

20. August 2018

Als ich ges­tern so neben­bei bei Twit­ter vor­bei­schau­te, dach­te ich, ich lese nicht rich­tig. Der offi­zi­el­le Account des Aus­wär­ti­gen Amtes ver­kün­det, Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas mit den Staa­ten enger zusam­men­ar­bei­ten will, die „unse­ren Wer­te­ka­non“ aus „Frei­heit, Demo­kra­tie und Frei­han­del“ tei­len. Wel­che Staa­ten das sind, führt der Minis­ter auch gleich noch aus: Kana­da, Japan, Süd­ko­rea und – ja, das steht da wirk­lich – Süd­afri­ka.

Dabei ist Süd­afri­ka erwie­se­ner­ma­ßen mitt­ler­wei­le wie­der zu einem ras­sis­ti­schen Apart­heids­staat ver­kom­men, das von einer offen ras­sis­ti­schen Regie­rung regiert wird. Nur sind dies­mal die Unter­drü­cker schwarz und die die Unter­drück­ten weiß. Von „Regen­bo­gen­na­ti­on“ ist da nichts mehr zu sehen. Den mul­ti­kul­tu­rel­len Vor­zei­ge­staat, den die einst mit Abstand füh­ren­de Wirt­schafts­na­ti­on Afri­kas wer­den woll­te, gibts es nicht und hat es nie­mals gege­ben. Statt des­sen zei­gen Schwar­ze hier, daß sie auch Apart­heid kön­nen: Wei­ße Far­mer wur­den ent­schä­di­gungs­los ent­eig­net, Wei­ße mit Dul­dung des Staa­tes dis­kri­mi­niert, erpreßt, ver­letzt und sogar getö­tet. Unlängst hat die kana­di­sche Jour­na­lis­tin Lau­ren Sou­thern in einem Doku­men­tar­film über die ekla­tan­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in Süd­afri­ka berich­tet. Das Leid der Wei­ßen in die­sem Land, die kei­ne Chan­ce auf einen Arbeits­platz haben und bereits zu tau­sen­den in Slums leben oder sich zur Aus­wan­de­rung gezwun­gen sehen, kommt in den sys­tem­treu­en, häu­fig sogar gebüh­ren­fi­nan­zier­ten Medi­en nicht vor. Darf nicht vor­kom­men. (Oder wird rela­ti­viert und ver­harm­lost.) Was es in der eige­nen Ideo­lo­gie nicht gibt, gibt es auch nicht in der Wirk­lich­keit. Das scheint im Aus­wär­ti­gen Amt und bei Minis­ter Hei­ko Maas so zu sein.


Quel­le: Twit­ter


Süd­afri­ka steht zwar in Sachen Maascher Fehl­wahr­neh­mung an ers­ter Stel­le. Doch sind auch Zwei­fel ange­sagt, ob Kana­da, Japan und Süd­ko­rea tat­säch­lich uns­rer Wer­te tei­len. Oder will man sich künf­tig deren äußerst regi­de Ein­wan­de­rungs­po­li­tik zum Vor­bild neh­men? Für Maas, die SPD und von den Grü­nen mit­ter­wei­le als Schat­ten­ko­ali­tio­när mit­re­gier­te Gro­Ko ist das nicht anzu­neh­men.

Aber wir wis­sen ja bereits, das Hei­ko Maas offen­bar ein etwas spe­zi­el­les Ver­ständ­nis von Demo­kra­tie hat. Mit dem Netz­werk­durch­su­chungs­ge­setz (Netz­DG), das er als Jus­tiz­mi­nis­ter maß­geb­lich vor­an­ge­bracht hat, ver­paß­te er der Mei­nungs­frei­heit einen Bauch­schuß.


- Anzei­ge -

P.S.: Doch viel­leicht ist auch alles ganz anders und Hei­ko Maas baut schon für eine Welt vor, in der es weder Deut­sche noch Wei­ße und schon gar nicht poli­ti­sche Rech­te für Anders­den­ken­de und Regime­kri­ti­ker geben wird. Also genau das, was im schlimms­ten Fall auf uns zukom­men wird, wenn alles so „alter­na­tiv­los“ wei­ter­läuft, wie es läuft. Nur, war­um dann eigent­lich Hei­ko Maas? Ein älte­rer, wei­ßer Mann hat in die­sem Zukunfts­sze­na­rio kei­nen Platz.


Ver­öf­fent­licht bei Ste­e­mit. Letz­te Aktua­li­sie­rung: 26. Aug 2018 @ 20:38

Ähn­li­che Bei­trä­ge: