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„Fall“ Susanna: Flüchtlings-Romantik ist zur Gefahr für unsere freiheitliche Werteordnung geworden 
Selbst die Wissenschaft hat sich von der Wirklichkeit entfernt

11. Juni 2018

Bereits nach den mas­sen­haf­ten sexu­el­len Über­grif­fe auf Frau­en in der Köl­ner Sil­ves­ter­nacht 2015 hat­te sich die Eth­no­lo­gin und Lei­te­rin des For­schungs­zen­trums Glo­ba­ler Islam an der Uni Frankfurt/​Main, Susan­ne Schrö­ter, zu Wort gemel­det. In einem Inter­view mit der „FAZ“ hat­te sie schon damals die Wirk­lich­keits­fer­ne der Geschlech­ter­for­schung kri­ti­siert und vor einer Ver­harm­lo­sung z.T. mas­si­ver sexu­el­ler Gewalt gewarnt, die ein „kla­res kul­tu­rel­les Mus­ter“ erken­nen las­se. Sie for­der­te bereits damals Kon­se­quen­zen für Män­ner, die einen für unse­re Kul­tur adäqua­ten Umgang mit dem ande­ren Geschlecht ver­wei­gern.

Der kul­tu­rel­le Hin­ter­grund die­ser Män­ner lie­fe­re ihnen „eine gewis­se Legi­ti­ma­ti­on“ für sexu­el­le Über­grif­fe. Ihre patri­ar­cha­le Gesell­schafts­ideo­lo­gie unter­tei­le Frau­en in rei­ne und unrei­ne. Dabei sei­en  nur die Frau­en rein, die ohne eige­nen Wil­len ihrem zuge­wie­se­nen Mann gehor­chen, kei­ne vor­ehe­li­chen Sex­al­kon­tak­te pfleg­ten und ihren Kör­per ver­hüll­ten. Zwar legi­ti­mie­re der Koran die­se sexu­el­len Über­grif­fe nicht, begüns­ti­ge sie aber. Denn auch nach dem Koran sei­en Frau­en zum Gehor­sam ver­pflich­tet und dürf­ten andern­falls sogar von ihrem Ehe­mann geschla­gen wer­den. Frau­en sei­en im scha­ria­ge­präg­ten Fami­li­en­recht benach­tei­ligt und hät­ten auch vor Gericht schlech­te­re Chan­cen bei sexu­el­len Über­grif­fe Gehör zu fin­den.


- Anzei­ge -

Schrö­ders dar­aus resul­tie­ren­de For­de­rung nach einer his­to­risch-kri­ti­schen Inter­pre­ta­ti­on mag durch­aus der Schlüs­sel zu einem grund­ge­setz­kon­for­men Islam sein. Aber die­se Vor­stel­lung ist uto­pisch, solan­ge libe­ra­le Mus­li­me, Islam­kri­ti­ker und Ex-Mus­li­me selbst in West­eu­ro­pa um ihr Leben fürch­ten müs­sen und die brei­te Mehr­heit der Mus­li­me nicht zu einer ernst­haf­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit ihren Posi­tio­nen bereit ist. Fatal war, daß sei­tens der eta­blier­ten Poli­tik, der Mehr­heits­me­di­en und der Kir­chen­füh­rung in der Ver­gan­gen­heit in der Regel die fal­schen unter­stützt und hofiert wor­den sind. Auch haben sich unter dem Deck­man­tel des Anti-Ras­sis­mus bis­lang brei­te Tei­le der poli­ti­schen Lin­ken und des femi­nis­ti­schen Spek­trums mehr mit Unter­drü­ckungs­me­cha­nis­men und -mit­teln (Stich­wort Ver­schleie­rung) iden­ti­fi­ziert als mit den mah­nen­den Stim­men der Kri­ti­ker. Die laten­te Gefahr, die von den oft­mals tie­fen kul­tu­rel­len Grä­ben zwi­schen naiv-hilfs­be­rei­ten deut­schen Mäd­chen und „Flücht­lin­gen“ aus­ge­hen kann, wur­de durch Medi­en z.T. regel­recht ver­harm­lost.

Da war der Weg nicht mehr weit, daß aus Sexu­al­ver­bre­chen als schein­bar zusam­men­hang­lo­se „Ein­zel­fäl­le“ dekla­riert wur­den, die von Män­nern mit einer der­ar­ti­gen, kul­tu­rell-reli­giö­sen Prä­gung began­gen wor­den sind. Es sind Mäd­chen und jun­ge Frau­en wie Mia aus Kan­del, Maria aus Frei­burg und vor weni­gen Tagen Susan­na aus Mainz, deren grau­sa­me Ermor­dung durch „Flücht­lin­ge“ die in der Öffent­lich­keit für Ent­set­zen sorg­te. Doch eines ist im „Fall“ Susan­na anders: Mit Susan­ne Schrö­ter bekräf­tig­te erst­mal poli­tisch gänz­lich „unver­däch­ti­ge“ Wis­sen­schaft­le­rin den Ver­dacht, daß die­se Tat nun doch kein „Ein­zel­fall“ mehr sei. Der mut­maß­li­che Täter habe kei­ner­lei Respekt vor der deut­schen Gesell­schaft, Frau­en oder der Poli­zei. Sie spricht von einem „Clash der Kul­tu­ren“ und for­dert sogar, daß die Respekt­lo­sen und Inte­gra­ti­ons­un­wil­li­gen unter den „Flücht­lin­gen“ abge­scho­ben wer­den müß­ten.

Schrö­ters Stel­lungs­nah­me ging mitt­ler­wei­le durch so gut wie alle eta­blier­ten Medi­en – die Nazi­keu­le ist noch nicht auf­ge­taucht. Alex­an­der Dob­rindts „Mas­ter­plan“ umfaßt sogar die „Zurück­wei­sung“ sog. „Flücht­lin­ge“ an der Gren­ze mit ein. Wird jetzt doch noch alles gut? Es wäre sehr schön, wenn es denn wahr wäre. Nur glau­be ich nicht dar­an. Bekannt­lich sind bald Wah­len in Bay­ern und anders­wo in Deutsch­land. Und danach ein­fach „wei­ter so“?

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