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Fronleichnam 
- Gedicht von Hugo von Hofmannsthal -

31. Mai 2018

Fron­leich­nam

Von Glo­cken­schall, von Weih­rauch­duft umflos­sen,
Durch­wogt die Stra­ßen fest­li­ches Geprän­ge
Und lockt rings­um ein froh bewegt Gedrän­ge
An alle Fens­ter, – dei­nes bleibt geschlos­sen.

So hab auch ich der Träu­me bun­te Men­ge,
Der See­le Inhalt, vor dir aus­ge­gos­sen:
Du merk­tests kaum, da schwieg ich scheu-ver­dros­sen,
Und leis ver­weht der Wind die lei­sen Klän­ge.

Nimm dich in acht: ein Tag ist schnell ent­schwun­den,
Und leer und öde liegt die Stra­ße wie­der;
Nimm dich in acht: mir ahnt, es kom­men Stun­den,

Da du erseh­nest die ver­schmäh­ten Lie­der:
Heut tönt dir, unbe­gehrt, viel­stim­mi­ger Rei­gen,
Wenn einst du sein begehrst, wird er dir schwei­gen.


Ein Foto von der Fron­leich­nams­pro­zes­si­on, an der ich heu­te teil­ge­nom­men habe. Obwohl ich eini­ge schö­ne Fotos gemacht habe, hier nur das eine, weil drauf kaum Gesich­ter deut­lich zu erken­nen sind. Das hier ist die drit­te Sta­tio vor der Kir­che.

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 21. Jun 2018 @ 15:58

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