F-22 Raptor
Zeitgeschehen

Erneuter Giftgaseinsatz in Syrien: Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit 
USA, Frankreich uns Großbritannien starten Luftangriffe in Syrien

14. April 2018

Ich hat­te eigent­lich die Idee zu die­sem Betrag längst wie­der ver­wor­fen. Es schien so, als ob die Kuh erst mal wie­der vom Eis ist. Und nun doch: USA bom­bar­die­ren Che­mie­waf­fen-Zie­le in Syri­en, mit Unter­stüt­zung von Frank­reich und Groß­britt­an­ni­en. Ruß­land droht mit Kon­se­quen­zen  und beschul­digt Groß­britt­an­ni­en.

Glaubt man den Tweets von US-Prä­si­dent Donald Trump, so ist nichts mehr aus­zu­schlie­ßen. Auch nicht eine direk­te Kon­fron­ta­ti­on mit Ruß­land auf syri­schem Ter­ri­to­ri­um.


Quel­le: Twit­ter



Quel­le: Twit­ter


Damit hat mög­li­cher­wei­se ein gro­ßer Krieg sei­nen Anfang genom­men, viel­leicht sogar ein Welt­krieg. Wie das bei sol­chen Krie­gen meis­tens ist, wird er auf dem Ter­ri­to­ri­um von Dritt­staa­ten aus­ge­tra­gen. Die eigent­li­chen Kriegs­trei­ber bekom­men in der Regel kaum etwas davon mit. Außer viel­leicht ein paar in die Hei­mat geflo­ge­ne Sol­da­ten­sär­ge und Applaus von ihrer Waf­fen­in­dus­trie.

Anlaß (oder nur Vor­wand?) war ein Gift­gas­an­schlag auf syri­schem Rebel­len­ge­biet für den Baschar al-Assads Regie­rungs­trup­pen ver­ant­wort­lich sein sol­len. Das behaup­ten jeden­falls eini­ge Nato-Staa­ten. Der ame­ri­ka­ni­sche Außen­mi­nis­ter konn­te sich vor dem UNO-Sicher­heits­rat ledig­lich auf den eige­nen Geheim­dienst beru­fen. Hand­fes­te Bewei­se feh­len bis­her. Wel­che Rol­le spie­len dabei die Weiß­hel­me?

Ähn­lich ver­hält es sich bei der Skri­pal-Affä­re. Da sol­len die Rus­sen angeb­lich einen ihrer Ex-Spio­ne in Lon­don ver­gif­tet haben. Mit Nowit­schok, einem Ner­ven­gift, das ein­deu­tig Russ­land zuge­ord­ne­ten wer­den kann und schon län­ge­re Zeit nicht mehr her­ge­stellt wird. Auch hier blei­ben mehr Fra­ge­zei­chen als Bewei­se: Wel­cher Mör­der hin­ter­läßt frei­weil­lig Name und Anschrift am Tat­ort?


- Anzei­ge -

In bei­den Fäl­len wur­den poli­ti­sche Kon­se­quen­zen auf­grund von Mut­ma­ßun­gen gezo­gen, die uns in einen Krieg trei­ben könn­ten. Zutref­fend hat das Gre­gor Gysi ana­ly­siert, der am Frei­tag bei MDR Info vor einer Vor­ver­ur­tei­lung warn­te. Auch ein Bei­trag des ARD-Mit­tags­ma­ga­zins [You­tube-Video] weckt Zwei­fel an der „Fak­ten­la­ge“ hin­sicht­lich des Gift­gas­an­griffs in Syri­en.

Kann man auf der Grund­la­ge von Ver­mu­tun­gen, mit denen man vor einem Gericht nichts bewei­sen könn­te, legi­ti­mer­wei­se einen mili­tä­ri­schen Angriff star­ten? Wenn ich in den letz­ten Jah­ren etwas ler­nen muß­te, dann ist das Fol­gen­des: Recht ist in der letz­ten Kon­se­quenz immer nur Ver­fü­gungs­mas­se poli­ti­scher Herr­schafts­in­ter­es­sen. Das ist die Bank­rott­er­klä­rung von Rechts­staat­lich­keit, Demo­kra­tie und Men­schen­rech­ten.

Jetzt kön­nen wir nur noch hof­fen, daß Ruß­lands Prä­si­dent Vla­di­mir Putin die Ner­ven behält und die Kriegs­trei­ber gestoppt wer­den. Kommt end­lich zur Ver­nunft! Die Luft­an­grif­fe der USA, Frank­reichs und Groß­britt­an­ni­ens brin­gen im Syri­en­kon­flikt selbst rein gar nichts. Assad wird weder gestürzt noch dar­an gehin­dert – sofern man ihn für den Ver­ant­wort­li­chen hält – wei­te­re Gift­gas­an­grif­fe durch­füh­ren zu las­sen.

Auch in die­sem Fall gilt wie­der: Das ers­te Opfer eines Krie­ges ist die Wahr­heit.


Titel­bild: F-22 Rap­tor II, U.S. Air Force pho­to by Seni­or Air­man Kay­lee Dubo­is 180404-F-AR942-976.JPG

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 28. Mai 2018 @ 19:56

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