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Woher kommt der „Advent“?
Wissenswertes zur Advents- und Weihnachtszeit

3. Dezember 2017

Advent, Advent,
ein Licht­lein brennt!
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Christ­kind vor der Tür!

Die­ses klei­ne Gedicht bringt zum Aus­druck, wie die meis­ten heu­te die Advents­zeit erle­ben. Aber was steckt eigent­lich dahin­ter? War­um gibt es den Advent über­haupt?

„Advent“ kommt vom latei­ni­schen Wort adven­tus, was soviel wie „Ankunft“ bedeu­tet (adve­ni­re – ankom­men). Die voll­stän­di­ge latei­ni­sche Bezeich­nung ist eigent­lich „adven­tus Domi­ni“, also „Ankunft des Herrn“. Mit Herr ist hier natür­lich Jesus Chris­tus gemeint, der mit sei­ner Geburt am Weih­nachts­tag zu den Men­schen kommt.


- Anzei­ge -

Der Begriff Adven­tus für die Ankunft (und damit ver­bun­de­ne Zere­mo­nie) eines Herr­schers ist bereits älte­ren Ursprungs und nicht auf den reli­giö­sen Bereich beschränkt. Bereits die Römer zele­brier­ten den Ein­zug ihres gott­glei­chen Impe­ra­tors (adven­tus Divi - Ankunft des gött­li­chen Herr­schers), der zu Pfer­de das Volk mit erho­be­nem Arm grüß­te und zugleich in der ande­ren Hand das sei­ne Macht sym­bo­li­sie­ren­de Zep­ter hielt. Als Jesus am Palm­sonn­tag auf einer Ese­lin in Jeru­sa­lem ein­rei­tet, kari­kiert er damit zugleich auch den römi­schen Kai­ser.

Sei­nen Ursprung hat das römi­sche Staats­ri­tu­al in der grie­chi­schen Mytho­lo­gie: Der Ein­zug von Dio­ny­sos (römisch: Bac­chus), dem Gott des Wei­nes und der Frucht­bar­keit, wur­de jeweils im Früh­jahr gefei­ert. Aller­dings fehl­te die­sen Fei­ern noch die von den Römern in den Vor­der­grund gerück­te mili­tä­ri­sche Macht­de­mons­tra­ti­on.

Die spät­rö­mi­schen und mit­tel­al­ter­li­chen Herr­scher über­nah­men die römi­sche Sym­bo­lik und schu­fen umfang­rei­che welt­li­che wie lit­ur­gi­sche Zere­mo­ni­en für den Ein­zug der Kai­ser, Köni­ge und sogar der Bischö­fe und Päps­te. Sogar den Schutz für Ver­folg­te oder eine Amnes­tie für Ver­bre­cher konn­te der Herr­scher bei einem adven­tus regis gewäh­ren.

Advent – und Weih­nach­ten – als christ­li­che Fes­te ent­stan­den erst im 4. bis 5. Jahr­hun­dert. Er ist neben der (gro­ßen) Fas­ten­zeit zwi­schen Ascher­mitt­woch und Ostern die zwei­te (klei­ne) Fas­ten­zeit im Jah­res­kreis. Es gab sie bereits in der frü­hen Kir­che, damals zwi­schen dem 11. Novem­ber (St. Mar­tin) und dem 6. Janu­ar (Erschei­nung des Herr, damals noch Weih­nacht­ter­min). Wäh­rend die­ser klei­nen Fas­ten­zeit durf­ten weder fei­er­li­che Trau­un­gen, Tanz­ver­an­stal­tun­gen noch ande­re auf­wän­di­ge Fei­er­lich­kei­ten statt­fin­den. Erst mit der Schaf­fung des Cor­pus Iuris Cano­ni­ci (CIC) im Jah­re 1917 wur­de die Ver­bind­lich­keit des Fas­tens wäh­rend der Advents­zeit im katho­li­schen Kir­chen­recht auf­ge­ho­ben.

Die lit­ur­gi­sche Far­be ist an den Advents­sonn­ta­gen aber wei­ter­hin vio­lett. Eine Beson­der­heit bil­det der 3. Advents­sonn­tag. Sei­ne lit­ur­gi­sche Far­be ist rosa – eine Auf­hel­lung der Far­be vio­lett. Eine rosa­far­be­ne Kasel habe ich bis­her aller­dings noch nicht gese­hen, es blieb bei der rosa Sto­la.


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