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Wie giftig sind Bittermandeln?
Mut zur echten Zutat

28. November 2017

Die Bit­ter­man­del (Pru­nus dul­cis var. ama­ra) ist eine Unter­art der „übli­chen“ süßen Man­del­baums (Pru­nus dul­cis). Bit­ter­man­deln kom­men aber auch ver­ein­zelt unter den Süß­man­deln vor. In unbe­han­del­ter Form ent­hal­ten sie etwa 3 bis 5 Pro­zent Amyg­da­lin. Das ist ein cya­no­ge­nes Gly­co­sid, von dem wäh­rend des Ver­dau­ungs­pro­zes­ses hoch­gif­ti­ge Blau­säu­re (Cyan­was­ser­stoff) und Ben­zal­de­hyd abge­spal­ten wer­den. Es ist z.T. in deut­lich höhe­rem Anteil auch in den Ker­nen von Pfir­sich, Kir­sche, Pflau­me, Apfel und Bir­ne ent­hal­ten.

Für das Gewürz ist ledig­lich das Ben­zal­de­hyd von Bedeu­tung. Des­halb wur­de von der Indus­trie das syn­the­ti­sche Bit­ter­man­del­aro­ma ent­wi­ckelt, das ledig­lich etwa 20 Pro­zent Ben­zal­de­hyd in Pflan­zen­öl ent­hält. 6 Trop­fen Bit­ter­man­del­aro­ma ent­spre­chen 2 Bit­ter­man­deln.


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Es wird auch blau­säu­re­frei­es Bit­ter­man­del­öl (Ole­um Amygd­a­lar­um aethe­re­um arti­fi­cia­le) ange­bo­ten, das über 99 Pro­zent Ben­zal­de­hyd ent­hält.

In einer ein­zi­gen, rohen Bit­ter­man­del kann sich etwa ein Mil­li­gramm Blau­säu­re durch Hydro­ly­se im Magen  bil­det. Die­se ist aber sehr flüch­tig und hit­ze­emp­find­lich. Des­halb sind Bit­ter­man­deln roh nicht zum Ver­zehr geeig­net, wer­den aber durch Erhit­zen (Kochen, Backen) bekömm­lich, d.h. der Blau­säu­re­an­teil wird auf einen unge­fähr­li­chen Anteil redu­ziert.

Wäh­rend ernst­haf­te Ver­gif­tun­gen bei Erwach­se­nen sel­ten vor­kom­men, kann es für Kin­der durch­aus gefähr­lich wer­den. bereits durch weni­ge Bit­ter­man­deln gefähr­det. Bei Erwach­se­nen füh­ren 50 bis 60, bei Kin­dern aber bereits fünf bis zehn Bit­ter­man­deln zu einer töd­li­chen Blau­säu­re­ver­gif­tung: Der Ver­zehr von einer ein­zi­gen Bit­ter­man­del pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht soll bereits für eine töd­li­che Ver­gif­tung aus­rei­chen. Wer isst aber schon Bit­ter­man­deln in die­sen Men­gen?

Die Bit­ter­man­del fin­det auch als Heil­pflan­ze bei Asth­ma und Diph­te­rie Ver­wen­dung.


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