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Zeitgeschehen

Bundestagswahl: Sei kein Mitläufer!

23. September 2017

„Eine orga­ni­sche Demo­kra­tie ver­tritt nicht nur die unmit­tel­ba­ren Inter­es­sen der „Bevöl­ke­rung“, son­dern muß das geschicht­li­che Schick­sal des Vol­kes im Auge haben und daher sein Gedächt­nis und sei­ne kom­men­den Gene­ra­tio­nen mit berück­sich­ti­gen.“ (Guil­lau­me Faye)

Im Vor­feld der Bun­des­tags­wahl wur­den – weder unter den poli­ti­schen Eli­ten noch im gemei­nen Wahl­volk – wohl kei­ne Fra­gen so häu­fig dis­ku­tiert wie die­se:

  1. Was bringt jeman­den dazu, eine Regie­rung Mer­kel erneut ins Amt zu wäh­len? (Sprich: das Kreuz bei CDU/​CSU, SPD, den Grü­ne oder der FDP zu machen.)
  2. Was bringt jeman­den, dazu die Regie­rung Mer­kel nicht (mehr) zu wäh­len? (=#AfDWaeh­len)

Eri­ka Stein­bach, frak­ti­ons­lo­se Noch-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, ist das viel­leicht pro­mi­nen­tes­te Bei­spiel für eine Abkehr von Nr. 1 hin zu Nr. 2. Die eins­ti­ge Iko­ne des kon­ser­va­ti­ven Flü­gels der CDU trat nicht nur aus Par­tei und Bun­des­tags­frak­ti­on aus. Sie nutz­te ihre letz­te Rede im Bun­des­tag dazu, ihrer ehe­ma­li­gen Par­tei und beson­ders deren Vor­sit­zen­der ordent­lich die Levi­ten zu lesen – das Video [Link wird nach­ge­reicht] soll­te man sich zum bes­se­ren Ver­ständ­nis unbe­dingt anschau­en. Nun unter­stützt sie äußerst aktiv den Wahl­kampf der AfD, trat selbst bei einer Wahl­ver­an­stal­tung auf und schal­tet bun­des­weit Anzei­gen in Zei­tun­gen. Trotz­dem ist sie par­tei­los geblie­ben und hat den abso­lu­ten Super­gau für ihre ehe­ma­li­ge Par­tei, näm­lich nun­mehr als Direkt­kan­di­da­ten in ihrem alten Wahl­kreis für die AfD anzu­tre­ten, eben­falls ver­mie­den.


- Anzei­ge -

Ich habe eini­ges mit Eri­ka Stein­bach gemein. Lan­ge Jah­re (fast 18) war ich CDU-Mit­glied. Muss­te wie sie fest­stel­len, wie die­se Par­tei sich mehr und mehr von mir weg beweg­te. Nach links. Ver­geb­lich hof­fend, dass man zur Ver­nunft kommt, ver­fes­tig­te sich in mir die Über­zeu­gung, dass ich die eige­ne Par­tei nicht wäh­len kann. Kon­se­quenz: Par­tei­aus­tritt 2017. Mitt­ler­wei­le unter­stüt­ze ich eben­falls den Wahl­kampf der AfD.

So etwas ist ein lan­ger inne­rer Pro­zess. Für und Wider. Ja und Nein. Stra­te­gi­sche Über­le­gun­gen. Was am Ende zählt ist, sich selbst treu zu blei­ben. Denn jeder Mensch ent­wi­ckelt im Lau­fe sei­nes Lebens auf­grund ver­schie­de­ner Erfah­run­gen einen eige­nen poli­ti­schen Stand­punkt. Die beson­de­re Kunst ist es nun, einer­seits die­sen Stand­punkt stets wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und ande­rer­seits aber auch ihm trotz­dem treu zu blei­ben. Das bedeu­tet, dass man letzt­lich sei­ne eige­ne Posi­ti­on nur durch Selbst­er­kennt­nis und Gewin­nen einer ande­ren neu­en und ver­meint­lich bes­se­ren Über­zeu­gung auf­ge­ben soll­te. Nicht aber durch äuße­ren Druck Oppor­tu­nis­mus und die Hoff­nung auf mate­ri­el­le Vor­tei­le, Macht und Kar­rie­re. Am aller­we­nigs­ten aber aus Bequem­lich­keit oder Feig­heit. Mit ande­ren Wor­ten: Wenn sich die eige­ne Par­tei nach links bewegt, besteht kei­ner­lei Ver­an­las­sung, allein auf­grund die­ser Ent­wick­lung sich eben­falls nach links zu bewe­gen.

Als den­ken­der Mensch, der per Geburt einem Volk ( im Sin­ne von Eth­nie) ange­hört und in einem Staat lebt, das heißt dadurch Teil eines grö­ße­ren Gan­zen ist, hat jeder ein­zel­ne auch eine ganz per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung für die­ses grö­ße­re Gan­ze. Das bedeu­tet, dass er sei­ne Hand­lun­gen am Wohl die­ser Gemein­schaft aus­zu­rich­ten hat, sei es nun sei­ne poli­ti­sche Arbeit aber auch sein ganz per­sön­li­ches Han­deln im klei­nen.

Eri­ka Stein­bach meint, man müs­se zu sei­ner Mei­nung ste­hen. Dem kann ich nur bei­pflich­ten. Zum Wei­ter­le­sen: Ehe­ma­li­ge CDU-Poli­ti­ke­rin Eri­ka Stein­bach begrün­det ihren Wahl­kampf für die AfD – Inland – FAZ

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