Zeitgeschehen

Dreister Diebstahl: Turmkreuz der Dresdner Frauenkirche geklaut! 
Google Earth liefert den Beweis

12. September 2017
Screenshot Google Earth
Screen­shot Goog­le Earth

Das Turm­kreuz der Dresd­ner Frau­en­kir­che ist spur­los ver­schwun­den. Es ist wirk­lich weg! Sogar bei Goog­le Earth wur­den schon Auf­nah­men vom Tat­ort ver­öf­fent­licht.

Beson­ders schwer wiegt der ide­el­le Ver­lust: Am 26. August 1726 wur­de der Grund­stein für die mar­kan­te baro­cke Kup­pel­kir­che gelegt. Im Jah­re 1743 wur­de die Kir­che mit dem Auf­set­zen der stei­ner­nen Later­ne fer­tig gestellt. Nach­dem die Kir­che am 14. Febru­ar wäh­rend des Bom­ben­an­griffs auf Dres­den in Brand gera­ten warm, stürz­te sie einen Tag spä­ter unter ihrem eige­nen Gewicht zusam­men. Jahr­zehn­te die­ne die Rui­ne als Mahn­mal an die Zer­stö­rung Dres­dens. Das schwer beschä­dig­te ori­gi­na­le Kup­pel­kreuz lag wäh­rend die­ser Zeit unter den Trüm­mern ver­bor­gen. Erst im Zuge des Wie­der­auf­baus der Kir­che von 1992 bis 2005 wur­de es wie­der­ent­deckt, wur­de aber durch eine ori­gi­nal­ge­treue Kon­struk­ti­on ersetzt..

Das neue Kreuz krön­te seit dem 22. Juni 2004 die Kup­pel der wie­der auf­ge­bau­ten Frau­en­kir­che als Sym­bol der Ver­söh­nung mit dem bri­ti­schen Volk. Es wur­de vom bri­ti­schen Sil­ber­schmied Alan Smith (gest. 2013) nach der Vor­la­ge der in den Trüm­mern gefun­de­nen Res­te des Ori­gi­nals geschaf­fen. Sein Vater gehör­te zu den Bom­ber­pi­lo­ten, die im Febru­ar 1945 Dres­den zer­stör­ten. Finan­ziert wur­de es mit bri­ti­schen Spen­den. Der von Rus­sel gelei­te­te „Dres­den Trust” hat­te 600.000 Pfund für den Wie­der­auf­bau der Frau­en­kir­che gesam­melt.


Ich habe den „Tat­ort” besich­tigt und kann euch beru­hi­gen. Das Kreuz ist zum Glück immer noch dort, wo es hin­ge­hört. Aller­dings wird auch aus ande­ren Städ­ten berich­tet, dass eini­ge Kir­chen den Ver­lust ihrer Turm­kreu­ze bei Goog­le Earth zu bekla­gen haben.


Das „Lands­hu­ter Wochen­blatt” ging der Sache auf den Grund und frag­te bei Goog­le nach. Dem­nach han­de­le es sich ledig­lich um ein tech­ni­sches Pro­blem. Nach Anga­ben des „Münch­ner Kir­chen­ra­di­os” berei­tet die Dar­stel­lung von 3D-Objek­ten, die klei­ner als 20 cm sind, der­zeit bei Goog­le noch tech­ni­sche Pro­blem.

Also alles nur hei­ße Luft? Das Kreuz auf der Dresd­ner Frau­en­kir­che ist gan­ze ACHT Meter hoch. Die Res­te des aus den Trüm­mern gebor­ge­nen Ori­gi­nals wur­den vor der Kir­che auf­ge­stellt und sind im Innen­raum  zu sehen.

Ich will hier jetzt kei­ne Ver­schwö­rungs­theo­ri­en befeu­ern, aber für mich blei­ben eini­ge Fra­gen offen.


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Letz­te Aktua­li­sie­rung: 28. Mai 2018 @ 11:51

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