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Deutschland | Zeitgeschehen

Merkel wegen Untreue zum Nachteil der Bundesrepublik angezeigt 
Nutzung der Flugbereitschaft für Wahlkampfzwecke

10. September 2017

Kurz vor der Wahl zeich­net sich Ärger für Ange­la Mer­kel ab. Ein Ber­li­ner Rechts­an­walt hat sie – wie bei Spie­gel Online zu lesen ist – wegen Untreue zum Nach­teil der Bun­des­re­pu­blik ange­zeigt. Grund dafür ist die Nut­zung der Flug­be­reit­schaft von Bun­des­wehr und Bun­des­po­li­zei für Wahl­kampf- und Par­tei­ter­mi­ne, allein in die­sem Jahr schon 50 Mal. Für die Benut­zung von Lear-Jets und Heli­ko­ptern soll die CDU ledig­lich einen Bruch­teil der tat­säch­lich ent­stan­de­nen Kos­ten gezahlt haben, den Gegen­wert für Busi­ness­class-Tickets der Luft­han­sa. Es wur­den pro Per­son 500 Euro gezahlt. Tat­säch­lich sol­len nach „ver­trau­li­chen” Infor­ma­tio­nen die Kos­ten pro Flug­stun­de für Heli­ko­pter vom „Cou­gar AS-532″ 18.000 Euro und für Klein­flug­zeu­ge vom Typ „Glo­bal 5000” 30.000 Euro betra­gen.

Regie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert ver­tei­digt Mer­kels Wahl­kampf-Flü­ge. Die Kanz­le­rin habe sich an die gel­ten­den Richt­li­ni­en gehal­ten. Ande­re Kanz­ler vor ihr hät­ten die Flug­be­reit­schaft genau­so im Wahl­kampf sowie am Wochen­en­de und im Urlaub genutzt.


- Anzei­ge -

Ob die Vor­wür­fe wirk­lich so leicht von der Hand zu wei­sen sind, ist mehr als frag­lich. In den „Richt­li­ni­en für den Ein­satz von Luft­fahr­zeu­gen der Flug­be­reit­schaft BMVg zur Beför­de­rung von Per­so­nen des poli­ti­schen und par­la­men­ta­ri­schen Bereichs” von 1998 ist die Berech­ti­gung für die Benut­zung der Flug­be­reit­schaft näm­lich klar gere­gelt:

„Die Anfor­de­rungs­be­rech­tig­ten … dür­fen Luft­fahr­zeu­ge der Bun­des­wehr nur für Rei­sen in Aus­übung ihrer amt­li­chen Tätig­keit und nur dann anfor­dern, wenn der Zweck der Rei­se bei Benut­zung öffent­li­cher Ver­kehrs­mit­tel oder von Kraft­fahr­zeu­gen nicht erreicht wer­den kann, oder wenn ande­re zwin­gen­de Amts­ge­schäf­te ohne Benut­zung des Luft­fahr­zeu­ges der Flug­be­reit­schaft nicht erle­digt wer­den kön­nen. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass die durch den Flug mit der Flug­be­reit­schaft ver­ur­sach­ten Kos­ten in einem ange­mes­se­nen Ver­hält­nis zur Bedeu­tung und Dring­lich­keit des Amts­ge­schäf­tes und den damit ver­bun­de­nen Bun­des­in­ter­es­sen ste­hen müs­sen. …Die Grund­sät­ze einer spar­sa­men Haus­halts­füh­rung sind zu beach­ten.” (zit. nach „Die Richt­li­ni­en für den Ein­satz der Flug­be­reit­schaft” – Han­dels­blatt)

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Letz­te Aktua­li­sie­rung: 21. Jun 2018 @ 16:34

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