Deutschland | Zeitgeschehen

Instrumentalisierung einer Gewalttat 
#WehretBochum

16. August 2017

Stellt euch vor, ihr habt einen Unfall, der Ver­ur­sa­cher ist abge­hau­en und ihr kommt schließ­lich schwer ver­letzt ins Kran­ken­haus. Die Men­schen um euch her­um haben nun kein ande­res The­ma, als dar­über zu fabu­lie­ren, mit wem ihr zuletzt zu Abend geges­sen habt…

Könnt ihr euch nicht vor­stel­len? Gibt’s aber. Bei RP Online.

Der Arti­kel sagt uns, dass es sich beim Opfer des Über­grif­fes um einen „AfDler” und wohl nicht um einen Akti­vis­ten der „Iden­ti­tä­ren Bewe­gung” han­delt. Das kann ich nicht beur­tei­len, da ich weder der „Iden­ti­tä­ren Bewe­gung” noch zu AfD ange­hö­re und auch die betrof­fe­nen Per­so­nen nicht per­sön­lich ken­ne. Das tut die Autorin des Bei­trags aber mit Sicher­heit auch nicht. Die Infor­ma­tio­nen für mei­nen Bei­trag hat­te ich von Twit­ter.

Es ist der Pres­se natür­lich unbe­nom­men, über Ver­bin­dun­gen zwi­schen IB und AfD zu berich­ten – oder auch zu spe­ku­lie­ren. Nur ist ein lebens­be­droh­li­cher Über­griff auf einen Men­schen dafür mit Sicher­heit nicht die rich­ti­ge Grund­la­ge.


- Anzei­ge -

Statt des­sen wäre hier eine Aus­ein­an­der­set­zung mit den Ursa­chen der Tat ange­bracht gewe­sen, mit den mut­maß­li­chen Täter vor allem. Waren es wirk­lich Links­ex­tre­mis­ten? Die Anti­fa, wie bei Twit­ter zu lesen war? Wie ist mit poli­tisch moti­vier­ter Gewalt umzu­ge­hen, wie mit gewalt­tä­ti­gem Links­ex­tre­mis­mus? Auch etwas Empa­thie gegen­über dem Opfer hät­ten wir ger­ne gese­hen. Eine ent­schie­de­ne Ver­ur­tei­lung der Tat und poli­tisch moti­vier­ter Gewalt gene­rell eben­so. Statt des­sen gibt einen Rund­um­schlag gegen „Rechts”.

Der Arti­kel ist außer­dem sehr dünn, was die Bele­ge für sei­ne The­se anbe­langt: Wenn ich mit XY spre­che, einen sau­fen gehe oder sogar befreun­det bin, heißt das lan­ge noch nicht, dass ich sei­ne poli­ti­schen Ansich­ten tei­le. Auch nicht, wenn ich Spen­den für ein Gewalt­op­fer sam­me­le. Und selbst wenn: Was spielt Poli­tik für eine Rol­le, wenn jemand ver­letzt im Kran­ken­haus liegt?

Braucht es erst einer Gewalt­tat, um der­ar­ti­ge Zusam­men­hän­ge zu offen­ba­ren? Jeden­falls wird das so sug­ge­riert.

Ich fra­ge mich auch, was Frau Rath­cke wohl geschrie­ben hät­te, wenn die IB/​AfD einen Links­ex­tre­men aus dem Dunst­kreis der Grü­nen oder der Lin­ken zusam­men­ge­schla­gen hät­te. Sicher nicht über Zusam­men­hän­ge zwi­schen Links­ex­tre­mis­ten und lin­ken Par­tei­en.

Zum Arti­kel: Nach Atta­cke in Bochum: Gewalt­tat gegen AfDler zeigt Ver­bin­dung der AfD-Jugend zu „Iden­ti­tä­rer Bewe­gung” (RP Online)


Titel­bild: IB NRW

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 21. Jun 2018 @ 16:48

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