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[Faktencheck:] CStar in Seenot?
#DefendEurope trotz #FakeNews erfolgreich

13. August 2017

Vor­ab: Die „C Star” fährt wie­der. Die tech­ni­schen Pro­ble­me sind beho­ben. Die Mis­si­on ist – allen Unken­ru­fen und gegen­tei­li­gen Behaup­tun­gen zum Trotz – bereits jetzt ein Erfolg. Die Zahl der ille­ga­len Migran­ten ist gegen­über dem Vor­jahr bereits jetzt um 76 Pro­zent zurück­ge­gan­gen:

Seit Beginn der „Defend Europe“-Mission ist die Zahl der ille­ga­len See­über­fahr­ten dras­tisch zurück­ge­gan­gen!

Ein Rück­gang von 76%!

Die­se Daten stel­len die geschätz­te Zahl ille­ga­ler Ein­wan­de­rer dar, die in den ers­ten zehn August­ta­gen ihre Rei­se von Liby­en aus star­ten, ver­gli­chen mit dem glei­chen Zeit­raum vor genau einem Jahr. Die­ser Rück­gang ist kein Zufall, son­dern die Fol­ge poli­ti­scher Ent­schei­dun­gen Ita­li­ens und den Ver­hand­lun­gen mit Tri­po­lis. Die lin­ke Regie­rung Roms reagier­te aller­dings erst nach Wochen stei­gen­den media­len Drucks. Wie man an jüngs­ten Medi­en­be­rich­ten deut­lich erken­nen kann, spiel­te die „Defend-Europe“-Mission eine erheb­li­che Rol­le in die­sen Ent­wick­lun­gen. Unse­re Akti­on zeigt, dass sich jun­ge Euro­pä­er zusam­men­schlie­ßen und koor­di­nie­ren kön­nen, um effi­zi­en­te Aktio­nen zu set­zen, zu denen ihre eige­nen Regie­run­gen nicht imstan­de sind. Wir for­dern sie damit auf, ihre Ver­ant­wor­tung anzu­er­ken­nen. An die­sem Wen­de­punkt zäh­len zehn Män­ner auf einem Schiff, unter­stützt durch Mil­lio­nen Gleich­ge­sinn­ter an Land, mehr als all die gewinn­ori­en­tier­ten NGOs zusam­men.

Die­ser dras­ti­sche Rück­gang an See­über­que­rungs­ver­su­chen beweist, dass die unkon­trol­lier­ten Tätig­kei­ten der NGOs direkt für die mas­si­ve Ankunft ille­ga­ler Ein­wan­de­rer in Euro­pa ver­ant­wort­lich sind. Es liegt nun an uns, eine ech­te NO-WAY-Poli­tik in Euro­pa durch­zu­set­zen!”

Quel­le: Defen­d­Eu­ro­pe, Twit­ter

Letz­ten Frei­tag sah das aller­dings ganz anders aus. Schenk­te man eini­gen Tweets bei Twit­ter und zahl­rei­chen Medi­en­be­rich­ten Glau­ben, schien das klei­ne Schiff der Initia­ti­ve „Defend Euro­pe” bereits so gut wie auf dem Grund des Mit­tel­meer zu lie­gen und deren Besat­zung als „Fisch­fut­ter” [Zit. ruhrbarone.de] zu enden.

Screenshot Twitter
Screen­shot Twit­ter

Reg­te der Tweet der NGO „Sea-Eye” die Phan­ta­sie einer gan­zen Rei­he von Jour­na­lis­ten so hef­tig an, dass Über­schrif­ten wie „Iden­ti­tä­re in See­not wer­den von NGO “Sea-Eye” geret­tet” (VOL.at), „Flücht­lings­hel­fer ret­ten Iden­ti­tä­re aus See­not” (RTL Next), „Nazi-Kahn C-Star in Not – Flücht­lings­hel­fer eilen zu Hil­fe” (ruhrbarone.de), „Iden­ti­tä­re in See­not – NGO kom­men zu Hil­fe” (FM1Today.ch), „Iden­ti­tä­res Schiff manö­vrier­un­fä­hig auf Mit­tel­meer” (LN Online), „Iden­ti­tä­re sit­zen im Mit­tel­meer fest – #CStar setzt Not­ruf ab – Spott und Häme im Netz” (Opposition24), „Was für eine Iro­nie. Flücht­lings­ret­ter der „Sea Eye“ woll­ten Rechts­ex­tre­me ret­ten” (BR.de), Rechts­ex­tre­me aus See­not geret­tet” (FAZ.de), „Iden­ti­tä­re „C-Star“ in See­not: Flücht­lings­hel­fer wol­len Rechts­ex­tre­me ret­ten” (Vor­wärts), „Iden­ti­tä­re woll­ten Flücht­lings­ret­ter behin­dern, nun sind sie selbst in See­not gera­ten – und eine NGO kommt zur Hil­fe” (Huff­Post), „Flücht­lings­hel­fer eilen Rechts­ex­tre­men zu Hil­fe” (Tagesschau.de), „Iden­ti­tä­re in See­not – Flücht­lings­hel­fer eilen zur Hil­fe” (Welt) her­aus­ka­men?

Tat­säch­lich ist – wie „Defen­d­Eu­ro­pe“ mit­teil­te – fol­gen­des pas­siert. Die „C Star” hat­te tat­säch­lich ein tech­ni­sches Pro­blem am Schiffs­mo­tor. Um es zu behe­ben, muss­te der Antrieb vor­über­ge­hend abge­schal­te­te wer­den:

„In der Nacht ist auf der C-Star ein klei­ne­res tech­ni­sches Pro­blem auf­ge­tre­ten. Um das Pro­blem noch vor dem Ein­tref­fen in der SAR-Zone und der Annä­he­rung an ande­re Schif­fe zu lösen, wur­de der Haupt­mo­tor gestoppt. Laut COLREG (Con­ven­ti­ons on the Inter­na­tio­nal Regu­la­ti­ons for Pre­ven­ting Col­li­si­ons at Sea) ist das Schiff somit „nicht unter Kon­trol­le“. Den Ver­ord­nun­gen ent­spre­chend wur­de die­se Infor­ma­ti­on Schif­fen in der Nähe mit­ge­teilt. Im Moment wird an der Lösung des Pro­blems gear­bei­tet.” (Defen­d­Eu­ro­pe, Face­book)

Die „C Star” ver­zich­te­te auf die NGO-Hil­fe und war bin­nen weni­ger Stun­den wie­der voll ein­satz­fä­hig. Ein Not­fall lag nicht vor.

Was die z.T. hys­te­ri­sche Bericht­erstat­tung betrifft, so erin­nert mich das an das Spiel „Stil­le Post”, bei dem sich Per­so­nen nach­ein­an­der eine Bot­schaft zuflüs­tern und am Ende der Ket­te in der Regel etwas völ­lig ande­res ankommt. Sorg­fäl­tig arbei­ten­de Jour­na­lis­ten soll­ten im Gegen­satz dazu aller­dings an der Quel­le nach­fra­gen, bevor sie irgend­et­was ab- und auf­schrei­ben.

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