Olet lucernam!

Schweigen macht's nicht besser.
Hamburg
Titel Zeitgeschehen

Mal schnell zu EDEKA und schon bist du tot

Am Wochenende habe ich vor Pizza zu machen. Leider ist mir das Pizzamehl ausgegangen. Also schnell mal zum EDEKA um die Ecke…

Vielleicht doch keine so gute Idee. Stellt euch vor, ihr schnell mal ein paar Sachen einkaufen. Im Supermarkt geht plötzlich so’n Typ mit einem Messer auf euch los. Wenn ganz schlecht läuft, war das euer letzter Einkauf.

Könnt ihr euch das vorstellen? Ich nicht. Und ich vermute, dem Toten und die Verletzten aus dem EDEKA in Hamburg-Barmbek wäre es auch nie in den Sinn gekommen, dass sie das heute erleben müssen.

Details über den Täter haben sich über die sozialen Medien wieder einmal schneller verbreitet, als über die herkömmlichen Medien. In zwei Video berichteten Augenzeugen (darunter eine der Kassiererinnen), fer Täter hätte „Allahu akbar“ gerufen. Und auf einem weiteren Video war er sogar zu sehen.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Hamburg, Olaf Scholz, soll der Täter als Islamist/Salafist bekannt und ausreiseflichtig gewesen sein. Aufgrund fehlender Ausweispapiere konnte er nicht abgeschoben werden.

Für weitere Einzelheiten hier die Pressemitteilungen der Hamburger Polizei. Bislang war die Polizei immer noch die zuverlässigste Informationsquelle und vor allem weitgehend ideologiefrei. Neue Pressemitteilungen werden ggf. nachgereicht.

28.07.2017 – 16:28 Uhr:

Hamburg (ots) – Tatzeit: 28.07.2017, 15:10 Uhr Tatort: Hamburg-Barmbek-Nord, Fuhlsbüttler Straße

Polizeibeamte haben einen noch nicht identifizierten Mann vorläufig festgenommen, der im Verdacht steht, mehrere Personen durch Messerstiche verletzt zu haben.

Nach den bisherigen Erkenntnissen betrat ein inzwischen vorläufig festgenommener Tatverdächtiger einen Supermarkt und stach dort unvermittelt auf Kunden ein. Anschließend flüchtete er aus dem Geschäft.

Zeugen verfolgten ihn und verständigten die Polizei. Die kurz darauf eintreffenden Beamten nahmen den Tatverdächtigen in der Nähe des Tatorts auf der Straße vorläufig fest.

Inzwischen ist bekannt, dass mehrere Personen durch Messerstiche verletzt worden sind. Eines der Opfer erlag seinen schweren Verletzungen.

Der Polizeipressesprecher ist vor Ort und steht dort für O-Töne zur Verfügung.

Es wird nachberichtet.

(Quelle: Presseportal)

28.07.2017 – 17:07 Uhr:

Hamburg (ots) – Tatzeit: 28.07.2017, 15:10 Uhr Tatort: Hamburg-Barmbek-Nord, Fuhlsbüttler Straße

Inzwischen steht fest, dass der Tatverdächtige eines Opfer in dem Supermarkt angegriffen hat. Diese Person verstarb noch am Tatort.

Auf seiner Flucht verletzte der Tatverdächtige vier weitere Personen mit dem Messer.

Der Flüchtende konnte dann von Passanten überwältigt werden und wurde hierbei leicht verletzt. Hinzu kommende Zivilfahnder der Polizei nahmen den Tatverdächtigen schließlich vorläufig fest.

Hinweise auf einen zweiten Täter gibt es derzeit nicht.

Die Hintergründe der Tat sind nach wie vor ungeklärt. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

(Quelle: Presseportal)

28.07.2017 – 20:30 Uhr:

Hamburg (ots) – Tatzeit: 28.07.2017, 15:10 Uhr Tatort: Hamburg-Barmbek-Nord, Fuhlsbüttler Straße

Aufgrund der heutigen Ereignisse wurde zwischenzeitlich eine Sonderkommission eingerichtet, die mit den Ermittlungen betraut ist. Diese werden unter Beteiligung der Mordkommission (LKA 41) und des Staatsschutzes (LKA 7) geführt.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 26-Jährigen, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren wurde. Seine Staatsangehörigkeit ist derzeit noch in Klärung.

Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt.

Aufgrund aufgefundener Ausweispapiere wird zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen, dass es sich bei der getöteten Person um einen 50-jährigen Deutschen handelt.

Nach den bisherigen Erkenntnissen erlitten eine Frau (50) und vier Männer (64, 57, 56, 19) Messerstichverletzungen. Ein 35-Jähriger wurde nach derzeitigem Stand bei der Überwältigung des Tatverdächtigen verletzt. Die Verletzungen sind teilweise schwer. Die Personen werden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt bzw. operiert.

Die Soko hat unter der Rufnummer 040/4272727 ein Hinweistelefon eingerichtet.

Weiterhin wird in alle Richtungen ermittelt. Dies schließt Ermittlungen des Staatsschutzes ausdrücklich ein.

Es ist ein Hinweisportal für Uploads von Fotos und Videos des Tatgeschehens geschaltet worden. Dieses ist unter der Internetadresse https://hh.hinweisportal.de erreichbar.

(Quelle: Presseportal)

28.07.2017 – 22:30 Uhr:

Hamburg (ots) – Inzwischen können Angaben zu den Nationalitäten der Geschädigten gemacht werden. Bei dem 35-Jährigen handelt es sich um einen türkischen Staatsangehörigen. Alle anderen sind Deutsche.

(Quelle: Presseportal)

4 Kommentare

  1. Danke für die objektive Zusammenfassung des schrecklichen Geschehnisses.
    Zu erwähnen bleibt noch, dass die Hamburger Polizei kurz nach der Tat eine Meldung verbreitete u.a. mit dem Wortlaut „es handelt sich definitiv um einen Einzeltäter“.
    Ich weiß, dass gemeint war, die Tat wurde nur von einem Täter verübt.
    Die Formulierung ist jedoch fragwürdig, da unterstellt wird, dass es keine Hintermänner gibt, dies kann aber auch die schlauste Polizei nicht wirklich ausschließen.
    LG

  2. Aber du gehst doch sicher trotzdem noch Einkaufen, obschon die Gefahr, auf dem Weg zum Edeka um die Ecke von einem Auto überfahren zu werden, ungleich viel größer ist?
    (In den Ohren der Opfer mag das zynisch klingen, aber an die richtet sich diese Aussage auch nicht. Und ehrlich gesagt fände ich es als Angehöriger ebenso zynisch, zu sehen, wie solche Tragödien sofort von allen Seiten instrumentalisiert werden).
    Die Hinleitung über diese angebliche plötzliche Gefahr finde ich schräg, weil die Gefahr im Alltag bereits besteht, in anderer Form, sich darüber aber niemand aufregt. Diese viel größere Gefahr wird von den meisten kommentarlos hingenommen. Wer bisher geschwiegen hat, sollte seine eigenen Motive hinterfragen. Was nützt es zudem, die vagen Angaben aus den Leitmedien zu kopieren und weiterzustreuen?
    Ich halte das für selbstverständlich, aber traurigerweise ist es vielleicht nötig, nochmal ausdrücklich zu betonen: Ich möchte die Tat nicht beschönigen und schon gar nicht entschuldigen. Ich finde sie absolut verwerflich und abscheulich.
    Auch der Umgang mit potentiellen oder erwiesenen Gewalttäter – und damit meine ich alle, egal woher sie kommen – und die Verhinderung solcher Taten weist, gelinde gesagt, Verbesserungspotential auf . Das ist ein anderes Feld. Mir ging es nur um die Argumentation zu Beginn deines Textes und auch ein bisschen um die durch aufgeregte Meldungen geschürte Massenhysterie.
    Ich hoffe, dass du dich nicht angegriffen fühlst. Das ist nicht meine Absicht. Aber deine Aussage schien mir doch einen Kommentar wert, gerade weil ich dich aufgrund deiner häufig klugen und mutigen Texte schätze, die sich nicht zwanghaft an kuschelige Gewißheiten halten wollen.

  3. Allgemeines Lebensrisiko – man weiß aufgrund allgemeiner Erfahrung, dass zB Verkehrsunfälle, Brände, Naturkatastrophen u.ä zum Leben dazu gehört. Ich weigere mich aber, Terrorismus da mit dazu zu zählen. Das ist ein weitgehend politisch verschuldetes Risiko, wie Krieg. Für jeden, der durch so eine Tat getroffen wird, ob nun als Opfer, Augenzeuge, Angehöriger oder Helfer, ist das zweifellos eine schlimme Erfahrung. Ich möchte sie nicht machen und wünsche es nicht meinem schlimmsten Feind.
    Auch wenn es weh tut und unangenehm ist. Informationen müssen auch über solche Ereignisse verbreitet werden. Ich will wissen, was passiert und andere wollen es auch. Ich bewusst keine Presse zitiert, sondern Olaf Scholz und die Polizei. Und wenn die nicht wissen, was los ist – dann Gute Nacht! Insofern ist nichts vage und Instrumentalisierung? Nun ja. Es stimmt schon, dass es eine Aussage an sich ist, ob man etwas sagt oder schweigt. Aber wäre Schweigen hier nicht in erster Linie Selbstbetrug? Die Illusion einer heilen Welt die es seit 10-15 Jahren (bezogen auf Terrorismus) nicht mehr gibt? Die Opfer im stillen betrauern und zur Tagesordnung übergehen?
    Eine Analyse der Tatumstände mit dem Ziel, derartige Anschläge besser verhindern zu können und die Ursachen des Terrorismus zu bekämpfen, ist m. E. eher im Sinne der Opfer.

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