Hamburg
Zeitgeschehen

Mal schnell zu EDEKA und schon bist du tot
Zum Terroranschlag von Hamburg-Barmbeck

28. Juli 2017

Am Wochen­en­de habe ich vor Piz­za zu machen. Lei­der ist mir das Piz­za­mehl aus­ge­gan­gen. Also schnell mal zum EDEKA um die Ecke…

Viel­leicht doch kei­ne so gute Idee. Stellt euch vor, ihr schnell mal ein paar Sachen ein­kau­fen. Im Super­markt geht plötz­lich so’n Typ mit einem Mes­ser auf euch los. Wenn ganz schlecht läuft, war das euer letz­ter Ein­kauf.

Könnt ihr euch das vor­stel­len? Ich nicht. Und ich ver­mu­te, dem Toten und die Ver­letz­ten aus dem EDEKA in Ham­burg-Barm­bek wäre es auch nie in den Sinn gekom­men, dass sie das heu­te erle­ben müs­sen.

Details über den Täter haben sich über die sozia­len Medi­en wie­der ein­mal schnel­ler ver­brei­tet, als über die her­kömm­li­chen Medi­en. In zwei Video berich­te­ten Augen­zeu­gen (dar­un­ter eine der Kas­sie­re­rin­nen), fer Täter hät­te „Alla­hu akbar“ geru­fen. Und auf einem wei­te­ren Video war er sogar zu sehen.

Nach Anga­ben des Bür­ger­meis­ters von Ham­burg, Olaf Scholz, soll der Täter als Islamist/​Salafist bekannt und aus­rei­se­pflich­tig gewe­sen sein. Auf­grund feh­len­der Aus­weis­pa­pie­re konn­te er nicht abge­scho­ben wer­den.

Für wei­te­re Ein­zel­hei­ten hier die Pres­se­mit­tei­lun­gen der Ham­bur­ger Poli­zei. Bis­lang war die Poli­zei immer noch die zuver­läs­sigs­te Infor­ma­ti­ons­quel­le und vor allem weit­ge­hend ideo­lo­gie­frei. Neue Pres­se­mit­tei­lun­gen wer­den ggf. nach­ge­reicht.

28.07.2017 – 16:28 Uhr:Pres­se­por­tal

28.07.2017 – 17:07 Uhr: Pres­se­por­tal

28.07.2017 – 20:30 Uhr: Pres­se­por­tal

28.07.2017 – 22:30 Uhr: Pres­se­por­tal


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  1. Aber du gehst doch sicher trotz­dem noch Ein­kau­fen, obschon die Gefahr, auf dem Weg zum Ede­ka um die Ecke von einem Auto über­fah­ren zu wer­den, ungleich viel grö­ßer ist?
    (In den Ohren der Opfer mag das zynisch klin­gen, aber an die rich­tet sich die­se Aus­sa­ge auch nicht. Und ehr­lich gesagt fän­de ich es als Ange­hö­ri­ger eben­so zynisch, zu sehen, wie sol­che Tra­gö­di­en sofort von allen Sei­ten instru­men­ta­li­siert wer­den).
    Die Hin­lei­tung über die­se angeb­li­che plötz­li­che Gefahr fin­de ich schräg, weil die Gefahr im All­tag bereits besteht, in ande­rer Form, sich dar­über aber nie­mand auf­regt. Die­se viel grö­ße­re Gefahr wird von den meis­ten kom­men­tar­los hin­ge­nom­men. Wer bis­her geschwie­gen hat, soll­te sei­ne eige­nen Moti­ve hin­ter­fra­gen. Was nützt es zudem, die vagen Anga­ben aus den Leit­me­di­en zu kopie­ren und wei­ter­zu­streu­en?
    Ich hal­te das für selbst­ver­ständ­lich, aber trau­ri­ger­wei­se ist es viel­leicht nötig, noch­mal aus­drück­lich zu beto­nen: Ich möch­te die Tat nicht beschö­ni­gen und schon gar nicht ent­schul­di­gen. Ich fin­de sie abso­lut ver­werf­lich und abscheu­lich.
    Auch der Umgang mit poten­ti­el­len oder erwie­se­nen Gewalt­tä­ter – und damit mei­ne ich alle, egal woher sie kom­men – und die Ver­hin­de­rung sol­cher Taten weist, gelin­de gesagt, Ver­bes­se­rungs­po­ten­ti­al auf . Das ist ein ande­res Feld. Mir ging es nur um die Argu­men­ta­ti­on zu Beginn dei­nes Tex­tes und auch ein biss­chen um die durch auf­ge­reg­te Mel­dun­gen geschür­te Mas­sen­hys­te­rie.
    Ich hof­fe, dass du dich nicht ange­grif­fen fühlst. Das ist nicht mei­ne Absicht. Aber dei­ne Aus­sa­ge schien mir doch einen Kom­men­tar wert, gera­de weil ich dich auf­grund dei­ner häu­fig klu­gen und muti­gen Tex­te schät­ze, die sich nicht zwang­haft an kusche­li­ge Gewiß­hei­ten hal­ten wol­len.

    1. All­ge­mei­nes Lebens­ri­si­ko – man weiß auf­grund all­ge­mei­ner Erfah­rung, dass zB Ver­kehrs­un­fäl­le, Brän­de, Natur­ka­ta­stro­phen u.ä zum Leben dazu gehört. Ich wei­ge­re mich aber, Ter­ro­ris­mus da mit dazu zu zäh­len. Das ist ein weit­ge­hend poli­tisch ver­schul­de­tes Risi­ko, wie Krieg. Für jeden, der durch so eine Tat getrof­fen wird, ob nun als Opfer, Augen­zeu­ge, Ange­hö­ri­ger oder Hel­fer, ist das zwei­fel­los eine schlim­me Erfah­rung. Ich möch­te sie nicht machen und wün­sche es nicht mei­nem schlimms­ten Feind.
      Auch wenn es weh tut und unan­ge­nehm ist. Infor­ma­tio­nen müs­sen auch über sol­che Ereig­nis­se ver­brei­tet wer­den. Ich will wis­sen, was pas­siert und ande­re wol­len es auch. Ich bewusst kei­ne Pres­se zitiert, son­dern Olaf Scholz und die Poli­zei. Und wenn die nicht wis­sen, was los ist – dann Gute Nacht! Inso­fern ist nichts vage und Instru­men­ta­li­sie­rung? Nun ja. Es stimmt schon, dass es eine Aus­sa­ge an sich ist, ob man etwas sagt oder schweigt. Aber wäre Schwei­gen hier nicht in ers­ter Linie Selbst­be­trug? Die Illu­si­on einer hei­len Welt die es seit 10–15 Jah­ren (bezo­gen auf Ter­ro­ris­mus) nicht mehr gibt? Die Opfer im stil­len betrau­ern und zur Tages­ord­nung über­ge­hen?
      Eine Ana­ly­se der Tat­um­stän­de mit dem Ziel, der­ar­ti­ge Anschlä­ge bes­ser ver­hin­dern zu kön­nen und die Ursa­chen des Ter­ro­ris­mus zu bekämp­fen, ist m. E. eher im Sin­ne der Opfer.

  2. Dan­ke für die objek­ti­ve Zusam­men­fas­sung des schreck­li­chen Gescheh­nis­ses.
    Zu erwäh­nen bleibt noch, dass die Ham­bur­ger Poli­zei kurz nach der Tat eine Mel­dung ver­brei­te­te u.a. mit dem Wort­laut „es han­delt sich defi­ni­tiv um einen Ein­zel­tä­ter“.
    Ich weiß, dass gemeint war, die Tat wur­de nur von einem Täter ver­übt.
    Die For­mu­lie­rung ist jedoch frag­wür­dig, da unter­stellt wird, dass es kei­ne Hin­ter­män­ner gibt, dies kann aber auch die schlaus­te Poli­zei nicht wirk­lich aus­schlie­ßen.
    LG

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