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International | Zeitgeschehen

Political Correctness – die neue Religion 
Die Redefreiheit auf dem amerikanischen Campus ist in Gefahr

1. Juli 2017

Ich kann mich noch gut an die Bil­der von den Gewalt­ex­zes­sen erin­nern, als der  – durch­aus nicht unum­strit­te­ne – Blog­ger und Trump-Anhän­ger Milo Yianno­pou­los Vor­trä­ge an ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten hal­ten woll­te. Ich habe zwar in Deutsch­land stu­diert, aber fest­stel­len müs­sen, dass es auch hier sehr poli­tisch-ein­sei­tig aus­ge­rich­te­te Fach­schaf­ten gibt. Da fliegt auch schon mal ein Stein durchs geschlos­se­ne Fens­ter… 

Inter­es­sant und auf­schluss­reich fin­de ich des­halb das nach­fol­gend zitier­te und auch ver­link­te Inter­view der NZZ mit dem ame­ri­ka­ni­schen Sozi­al­psy­cho­lo­ge Jona­than Haidt über „poli­ti­cal cor­rect­ness” an ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten. Er legt dar, dass die P.C. an ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten mitt­ler­wei­le reli­gi­ons­glei­che Züge angeommen habe. Ihr Glau­ben wer­de von einem Netz von selbst völ­lig intrans­pa­rent agie­ren­den Struk­tu­ren über­wacht, die bereits beim lei­ses­ten Ver­dacht non­kon­for­men Ver­hal­tens gna­den­los zuschla­gen.   

Es ist eine beängs­ti­gen­de Vor­stel­lung, dass sich der­ar­ti­ge Zustän­de auch auf ande­re Lebens­be­rei­che und auch in Deutsch­land aus­brei­ten könn­ten. Ein deut­li­cher Schritt in die­se Rich­tung ist ohne Fra­ge das sog. „Netz­werk­durch­su­chungs­ge­setz” (Netz­DG), das der Bun­des­tag unter­be­setzt und noch in Fei­er­lau­ne über den Pyr­rhus­sieg der „Ehe für alle” ges­tern (30.6.2017) durch­ge­wun­ken hat. An den Uni­ver­si­tä­ten regie­re die Angst das Den­ken, als Angst, als ras­sis­tisch, sexis­tisch, homo­phob oder isla­mo­phob denun­ziert zu wer­den. Bereits das kön­ne weit­rei­chen­de Kon­se­quen­zen für den Betrof­fe­nen haben. Jona­than Haidt wört­lich:

„Das Pro­blem ist nur, dass an den Uni­ver­si­tä­ten ein über­pro­por­tio­na­les Netz­werk ent­stan­den ist, das prak­tisch gezwun­gen ist, völ­lig über­zo­gen zu reagie­ren. Ein guter Teil der Admi­nis­tra­ti­on besteht mitt­ler­wei­le aus Auf­sichts­be­hör­den und Beschwer­de-Komi­tees, die ihrer­seits Trans­pa­renz ver­mis­sen las­sen. Hin­zu kommt, dass sich die Nor­men des­sen, was gesagt wer­den darf, so ver­schärft haben, dass heu­te schon eine harm­lo­se Bemer­kung als «sexu­al harass­ment» ein­ge­stuft wird.”

Den gan­zen Bei­trag lesen: Poli­ti­cal Cor­rect­ness: «Das ist ein nor­ma­les reli­giö­ses Ver­hal­ten» | NZZ

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 21. Jun 2018 @ 16:38

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