Zeitgeschehen

Das „Monument“ neben der Frauenkirche in Dresden 
Die Kunstinstallation für Aleppo ist umstritten

18. Februar 2017

Vom 8. Febru­ar bis zum 3. April 2017 ist auf dem Neu­markt in Dres­den die tem­po­rä­re Skulp­tur „Monu­ment” des syri­schen Künst­lers Man­af Hal­bouni zu sehen. Es han­delt sich dabei um drei senk­recht auf­ge­stell­te Bus­se, die an eben sol­che Bus­se erin­nern sol­len, die 2015 in der syri­schen Stadt Alep­po zum Schutz der Zivil­be­völ­ke­rung vor Hecken­schüt­zen auf­ge­stellt wur­den. [Hier könnt ihr das Foto des Ori­gi­nals anschau­en.] Im Falt­blatt, dass an der Instal­la­ti­on aus­liegt, heißt es dazu:

„Das Motiv der auf­ge­rich­te­ten Bus­se greift ein Bild aus Alep­po auf, das bereits im Mai 2015 durch die Medi­en ging: Es zeigt eine Stra­ße im Ost­teil der Stadt, abge­schirmt durch eine Bar­ri­ka­de aus drei Bus­wracks, die not­dürf­tig mit Draht­sei­len zwi­schen den Häu­sern ver­spannt wur­den. Eine von unzäh­li­gen Stra­ßen­sper­ren, die Zivi­lis­ten wäh­rend der Kampf­hand­lun­gen in der Stadt errich­te­ten, um das Leben von Men­schen zu schüt­zen.”

Über die Bus­se und ihre mut­maß­li­chen Urhe­ber gehen die Mei­nun­gen seit Anfang an extrem aus­ein­an­der: Geg­ner stör­ten mas­siv die Ein­wei­hungs­fei­er mit dem Dresd­ner Ober­bür­ger­meis­ter Hil­bert (FDP) am 7. Febru­ar 2017. Fra­gen tauch­ten auf: Wur­den die ori­gi­na­len Bus­se sei­ner­zeit in Alep­po von der isla­mis­ti­schen Ahrar-al-Sham-Miliz errich­tet, deren Flag­ge auf dem Foto zu sehen ist, wie der Foto­graf Karam Almas­ri selbst beob­ach­tet haben will? Oder hat der Foto­graf des Fotos, Ammar Abdul­lah, Recht, nach des­sen Aus­sa­ge die Pro­vinz­ver­wal­tung Alep­pos gemein­sam mit Anwoh­nern die Bar­ri­ka­de errich­tet habe? Spielt das über­haupt eine Rol­le, da es hier ledig­lich um den Schutz von Zivi­lis­ten geht und nicht um krie­ge­ri­sche Hand­lun­gen?


- Anzei­ge -

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den hat unlängst einen Eil­an­trag gegen die Son­der­nut­zungs­er­laub­nis der Stadt zur Auf­stel­lung des Kunst­werks abge­lehnt. Das war nicht anders zu erwar­ten. Der Antrag­stel­ler hat­te die Errich­tung des Monu­men­tes ange­sichts der bereits auf­ge­heiz­ten Stim­mung als Pro­vo­ka­ti­on ange­se­hen. So völ­lig Unrecht hat er damit wohl nicht.

Letz­ten Sonn­tag habe ich selbst ein paar Fotos vom umstrit­te­nen Kunst­werk gemacht, die ich euch nun – mit eini­gen Tagen Abstand zum 13. Febru­ar – prä­sen­tie­re.

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 31. Aug 2018 @ 10:27

 

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