Käfer
Natur&Garten | Zeitgeschehen

Beim Bau von Windkraftanlagen kommt die Natur unter die Räder
Die Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert Vorgehen des Regierungspräsidiums Gießen in Hessen

16. Februar 2017

Es ist eine Bin­sen­weis­heit, dass Poli­tik all­zu oft schein­hei­lig agiert. Auch bei den sonst so poli­tisch hyper­kor­rek­ten GRÜNEN steht hin­ter dem ver­meint­lich „guten Zweck” letzt­lich nur knall­har­te Inter­es­sen­po­li­tik ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te. Kon­kret geht es um die Wind­kraft­lob­by, die ohne Rück­sicht auf Arten­schutz immer mehr Pro­jek­te unter dem Deck­man­tel einer „Ener­gie­wen­de” in öko­lo­gisch sen­si­blen Gebie­ten durch­peit­schen will und sich dabei grü­ner Poli­ti­ker bedient. Die Deut­sche Wild­tier­stif­tung hat das in ihrer Pres­se­mit­tei­lung vom 15. Febru­ar 2017 am Bei­spiel Hes­sen dargelegt:

Ham­burg (ots) – Hasel­maus, Zaun­ei­dech­se, Fle­der­mäu­se und Rot­mi­lan – wenn Wind­kraft­an­la­gen gebaut wer­den, kommt der Natur- und Arten­schutz oft unter die Räder. So wie jetzt in der his­to­ri­schen Kul­tur­land­schaft bei Mar­burg – Bie­den­kopf zwi­schen Hils­berg und Land­rats­kreuz. Mit schwe­rem Gerät rücken die Bau­trupps an und über­rol­len im Auf­trag des Betrei­bers, der „Bür­ger Wind Gla­den­bach GmbH” ein ein­zig­ar­ti­ges Biotop.

Wal­zen durch­wüh­len den Boden; Amphi­bi­en­tüm­pel, Suk­zes­si­ons­flä­chen am Ran­de von Misch- und Buchen­be­stän­den sowie die Hors­te von Greif­vö­geln wer­den ohne Rück­sicht zer­stört. Bür­ger­be­schwer­den und Anschrei­ben eines renom­mier­ten Rechts­an­wal­tes der auf gra­vie­ren­de Feh­ler im Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren hin­weist, per­len beim Regie­rungs­prä­si­di­um Gie­ßen ab. Man hüllt sich in Schwei­gen; statt einer Stel­lung­nah­me schaf­fen die Bau­ma­schi­nen jetzt Tat­sa­chen. Ganz neben­bei wird beim Bau der Anla­ge das Tier­schutz­ge­setz ver­letzt: Die Kin­der­stu­be einer Wild­schwein-Fami­lie wur­de zer­stört; weni­ge Tage alte Frisch­lin­ge wur­den bei der bra­chia­len Akti­on getö­tet. Wert­vol­le Bio­to­pe wer­den kur­zer­hand zuge­scho­ben. Amphi­bi­en, die in Win­ter­star­re im Boden ver­harr­ten, wer­den rück­sichts­los von den schwe­ren Maschi­nen gehäch­selt. Erst vor zwei Wochen wur­den Greif­vo­gel-Hors­te zer­stört! „Das Wind­kraft-Betrei­ber rück­sichts­los ihre Inter­es­sen ver­tre­ten, ist ihrem wirt­schaft­li­chen Gewinn­den­ken geschul­det. Aber mit wel­cher bra­chia­len Gewalt sich Poli­ti­ker der Par­tei Bünd­nis 90/​Die Grü­nen über Natur- und Arten­schutz hin­weg­set­zen, ist erschüt­ternd“, sagt Pro­fes­sor Dr. Fritz Vah­ren­holt, Allein­vor­stand der Deut­schen Wild­tier Stif­tung. „Tarek Al-Wazir hat sich als Wirt­schafts­mi­nis­ter längst die Inter­es­sen der Wind­kraft-Indus­trie zu eigen gemacht; die für Umwelt- und Natur­schutz ver­ant­wort­li­che Grü­nen-Poli­ti­ke­rin Pris­ka Hinz bezeich­net sich als ‚Kli­ma-Minis­te­rin’ und zieht mit dem Wirt­schafts­mi­nis­ter an einem Strang, wenn es um die Zer­stö­rung der Natur Hes­sens im Inter­es­se der Wind­kraft geht.”


Quel­le: ots – Presseportal.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.