Kuh auf der Alm
Essen&Trinken

Unser Gemüse heißt Fleisch!
Deutsche essen lieber Fleisch statt Gemüse

4. Januar 2017

Der Ernäh­rungs­re­port 2017 des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft nennt die bit­te­re Wahr­heit beim Namen: Für mehr als die Hälf­te (53 Pro­zent) aller Deut­schen ist Fleisch nach wie das Lieb­lings­es­sen. Sta­tis­tisch gese­hen essen sie pro Kopf 60 Kilo Fleisch im Jahr, mehr als das Dop­pel­te des­sen, was gut für sie ist. Und da ja die berühmt-berüch­tig­te Kuh auch bei einer durschnitt­li­chen Was­ser­tie­fe vom einem Meter in ihrem Teich ersäuft, essen vie­le noch viel mehr als „nur” 60 Kilo totes Tier im Jahr.

Gleich­zeit wol­len sich aber 89 Pro­zent gesund ernäh­ren. Für 12 Pro­zent muss man dazu nicht selbst kochen und für wei­te­re 33 Pro­zent auch nur zwei- bis drei­mal die Woche. Spricht für die gesund­heit­li­chen Vor­tei­le von Fer­tig­ge­rich­ten (ins­be­son­de­re Tief­kühl­piz­za), oder? – Natür­lich nicht! Wenn es um Ernäh­rung geht, fal­len lei­der bei sehr vie­le Men­schen ein­fach nur Wunsch und Wirk­lich­keit aus­ein­an­der: Es muss näm­lich mög­lichst schnell gehen.


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Hier noch ein paar Ergeb­nis­se des Ernäh­rungs­re­ports:

  • mit dem Alter steigt der Kaf­fee- und Tee­kon­sum
  • Ossis essen mehr Gemü­se – Wes­sis mehr Süßig­kei­ten
  • vega­ne Ernäh­rung wird nicht als Mode­er­schei­nung ange­se­hen
  • lie­ber Pau­sen­brot von zu Hau­se als Kan­ti­nen­es­sen
  • regio­na­le Pro­duk­te wer­den bevor­zugt
  • es wird weni­ger in Bio- und Hof­lä­den gekauft
  • Kin­der­lo­se wer­fen öfter abge­lau­fe­ne Lebens­mit­tel weg, als Men­schen mit Kin­dern
  • Frau­en ist art­ge­rech­te Tier­hal­tung wich­ti­ger als Män­nern

Leben­di­ge Tie­re sind mir – auch bei art­ge­rech­ter Hal­tung – viel lie­ber als deren Ein­zel­tei­le in Tief­kühl­tru­hen, an Fleisch­the­ken und in Pfan­nen und Koch­töp­fen. Dann fühlt sicch auch das Schwein „sau­wohl”.

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  1. Pingback: Fleisch nach wie das Lieblingsessen | aufGELESEN
  2. Deutsch­land pro­du­ziert immer mehr Fleisch für den Welt­markt. Da kön­nen wir durch Kon­sum­ver­hal­ten lei­der wenig aus­rich­ten. Wenn wir weni­ger Fleisch essen, wird mehr expor­tiert

  3. Oh, ich wuß­te nicht, dass dann gleich die Vide­os im Kom­men­tar erschei­nen, wenn ich den Link dazu set­ze… sor­ry!
    Falls du die­se nciht drin haben möch­test, dann hier ohne Link:
    auf you­tube nach „Schwei­ne glück rut­sche“ suchen. Das 2:26-minütige Video ist ohne Text, das 1:02-minütige mit.

  4. Das ist ‚ne Meer­sau auf dem Bild! 🙂
    Was den Fleisch­kon­sum angeht: ich möch­te nicht dar­auf ver­zich­ten. Drei- bis vier­mal pro Woche gibt es Fleisch oder Wurst, zwei­mal Fisch, mög­lichst Wild­fang oder Bio. Ich esse weni­ger Fleisch und vor allem weni­ger Wurst als vor zwei Jah­ren, kau­fe auch mehr Bio-Fleisch. Viel lie­ber wür­de ich bei einem Metz­ger kau­fen, der noch selbst schlach­tet und wurs­tet, der sei­ne Lie­fe­ran­ten und die Betrie­be kennt. Da suche ich aber seit Jah­ren ver­ge­bens und wei­che so auf einen Bio­hof aus, der Fleisch vacu­um­iert anbie­tet, was dann in der Ver­pa­ckung lei­der unde­fi­nier­bar aus­sieht, aus­ge­packt aber sehr gut ist und schmeckt. Im Super­markt kau­fe ich auch Fleisch, der Bio­hof hat nicht immer alles Gewünsch­te vor­rä­tig, aber auch hier bevor­zugt Bio. Das Fleisch bei den Dis­coun­tern ver­wei­ge­re ich, das ist pro Kilo teu­rer als an der The­ke im Super­markt, wird durch Gase ansehn­li­cher gemacht, die es beim Kochen und Bra­ten zäh machen. Und dass der höhe­re Preis kei­ne bes­se­re Tier­hal­tung bedeu­tet, ist uns wohl allen klar. Bei Bio­wa­re zah­le ich ja schon mehr als für „kon­ven­tio­nell her­ge­stell­tes Fleisch“. Ich wäre aber bereit mehr aus­zu­ge­ben, wenn sich end­lich in der Tier­hal­tung etwas ändern wür­de und das Geld auch beim Bau­ern ankommt. Das gilt auch für Milch. Der Milch­preis ist ja schon etwas gestie­gen, aber anschei­nend kommt davon nichts oder nicht genug beim Bau­ern an. In der DDR kos­te­te der Liter Milch 1,08 Mark. Den­ke ich an die Löh­ne damals und an die heu­te, dürf­te 1,10 EUR pro Liter nicht zu teu­er sein. Ich wür­de das zah­len und wenn ich mich umhö­re, wären vie­le dazu bereit. Aber die Lebens­mit­tel­in­dus­trie behaup­tet, der Ver­brau­cher wür­de nicht mehr zah­len wol­len. Ist doch selt­sam, oder? Wenn das so wei­ter­geht, kommt unse­re Milch in zehn Jah­ren aus Chi­na, weil es kei­ne deut­schen Milch­vieh­hal­ter mehr gibt oder wir schwen­ken alle auf die vega­ne Vari­an­te um (was ich für mich aus­schlie­ßen kann), die aber auch nicht so öko­lo­gisch ist.
    Die guten Umschlag­zah­len beim Dis­coun­ter-Fleisch kön­nen auch ande­re Grün­de als nur den Preis haben: kos­ten­lo­ser Park­platz vor der Tür, kein Has­ten von Geschäft zu Geschäft usw. Zeit ist hier ein wich­ti­ger Ent­schei­dungs­fak­tor.

  5. Trau­rig, aber wahr! Ich hof­fe, dass sich da lang­sam ein Wan­del im Bewusst­sein der Men­schen voll­zieht und sich das dann kon­se­quen­ter­wei­se auch im Kon­sum wider spie­gelt. Ver­mut­lich braucht das noch sei­ne Zeit.
    Ich wün­sche Dir einen schö­nen Start ins neue Jahr!

  6. Ich kann es ein­fach nicht begrei­fen war­um soo viel Men­schen immer noch nicht ver­stan­den haben dass es so nicht wei­ter gehen kann mit dem extre­men Fleisch­kon­sum. Es ist doch beschä­mend das in Deutsch­land Geld an Afri­ka, damit die Men­schen dort nicht ver­hun­gern, gespen­det wird aber trotz­dem Fleisch geges­sen wird, wobei die Pro­duk­ti­on und Hal­tung sooo viel Was­ser und Getrei­de ver­braucht!
    Ich kann es ein­fach nicht begreifen…angeblich soll Deutsch­land doch gebil­det sein oder..? :‘(

  7. Der hohe Fleisch­kon­sum und die unge­sun­de Ernäh­rung sind lei­der auch nicht zu über­se­hen. Für uns nicht unver­ständ­lich, wie sich Men­schen über alles mög­li­che auf­re­gen und Ande­ren die Schuld geben kön­nen, aber beim Essen unkri­tisch der Lebens­mit­tel­in­dus­trie hin­ter­her­lau­fen. Art­ge­recht ist nur die Frei­heit 🙂

  8. Über den Bericht habe ich auch Berich­te gehört ^^
    Angeb­lich sind über 80 % (die genaue Zahl habe ich ver­ges­sen) bereit, für Fleisch aus art­ge­rech­ter Hal­tung deut­lich mehr zu zah­len.
    Aha!
    Drum haben die Dis­coun­ter auch so hohe Umschlag­zah­len beim Bil­lig­fleisch.
    Jeder belügt sich eben selbst so gut er kann.

  9. Über den Bericht habe ich auch Berich­te gehört ^^
    Angeb­lich sind über 80 % (die genaue Zahl habe ich ver­ges­sen) bereit, für Fleisch aus art­ge­rech­ter Hal­tung deut­lich mehr zu zah­len.
    Aha!
    Drum haben die Dis­coun­ter auch so hohe Umschlag­zah­len beim Bil­lig­fleisch.
    Jeder belügt sich eben selbst so gut er kann.

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