Heiligenfiguren
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Heiligenmode im Spätmittelalter

7. Oktober 2016

Die Alte Kir­che von Klotz­sche, einem Stadt­teil im Dresd­ner Nor­den, ent­stand in den Jah­ren 1810 bis 1811. Der Vor­gän­ger­bau war durch einen Brand zer­stört wor­den. Nur drei Figu­ren des um 1500 ent­stan­de­nen Flü­gel­al­tars konn­ten damals geret­tet werden.

Bis­her ist nicht abschlie­ßend geklärt, wen die stark beschä­dig­ten Figu­ren dar­stel­len. Die bei­den männ­li­chen Figu­ren stel­len ver­mut­lich Bischö­fe dar, die weib­li­che Figur in der Mit­te die Hl. Rosa­lia (um 1130 – 1166). Sie leb­te als Ein­sied­le­rin am Mon­te Pel­le­gri­no in Ita­li­en. Dort soll sie sechs Jah­re in einer Höh­le gelebt haben. Sie gilt als Schutz­hei­li­ge gegen die Pest.

Heiligenfiguren
Hei­li­gen­fi­gu­ren aus dem Mit­tel­al­ter in der Dorf­kir­che Dresden-Klotzsche.

Es han­delt sich um drei der weni­gen noch erhal­te­nen Hei­li­gen­fi­gu­ren aus der Zeit vor der Refor­ma­ti­on in Sach­sen. Wie ich fin­de, ist vor allem Rosa­lia eine durch­aus bemer­kens­wer­te Quel­le für his­to­ri­sche Gewan­dung. Trotz der Schä­den kann man Kleid und Schmuck ganz gut erken­nen. Auf­fäl­lig sind der enge Schnitt des Klei­des, die wei­te Aus­schnitt und die gro­ße Hals­ket­te. Bei­des sind typi­sche Erschei­nun­gen der (ade­li­gen) Klei­dung um 1500. Kurz bevor Rock und Ober­teil der Klei­der getrennt gefer­tigt wur­den. Es sieht mir so aus, als wäre auch die Ärmel bereits geschlitzt, wie das dann im 16. Jahr­hun­dert all­ge­mei­ne Mode wurde.

Heiligenfigur in der Dorfkirche Dresden-Klotzsche
Hei­li­gen­fi­gur in der Dorf­kir­che Dres­den-Klotz­sche. Ver­mut­lich die Hei­li­ge Rosalia.

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