Rezepte

Was mache ich aus Holunderblüten?

6. Juni 2016

Heu­te [=Sonn­tag] gab es zwar ein Gewit­ter, aber die Zeit reich­te trotz­dem aus, um die ers­ten Holun­der­blü­ten der Sai­son zu sam­meln. Jetzt sit­ze ich hier mit mei­ner Schüs­sel voll Blü­ten­dol­den und sin­nie­re dar­über nach, wie ich sie wohl am bes­ten ver­ar­bei­te. Das muss schnell gegen, damit sie nicht welk wer­den. Welch ein Duft! Aber Vor­sicht: Mir hat das auf Dau­er hef­ti­ge Kopf­schmer­zen ein­ge­bracht.

Trocknen

Das Ein­fachs­te ist das Trock­nen der Blü­ten. Dazu die Blü­ten auf einem Tablett oder einem Back­blech aus­ge­brei­tet zum Trock­nen auf­stel­len. Der Ort dafür soll­te natür­lich luf­tig, tro­cken und mög­lichst war sein. Bei mir sind sie (noch) auf dem Bal­kon.

Der (Schwar­ze) Holun­der ist eine der weni­gen Pflan­zen, des­sen hei­len­de Wir­kun­gen die Hl. Hil­de­gard von Bin­gen ver­kannt hat! In ihrem sonst so hilf­rei­chen Buch „Phy­si­ca”* beschreibt Hil­de­gard zwar die Heil­kräf­te vie­ler Pflan­zen, Kräu­ter und auch Stei­ne. Aber vom „Hol­der­baum“ behaup­tet sie, dass die­ser kaum zur Anwen­dung beim Men­schen tau­ge, außer zur Behand­lung von Gelb­sucht.

Den alten Kel­ten jeden­falls galt der Holun­der als hei­li­ger Baum. Die Ger­ma­nen brach­ten ihn mit „Frau Hol­le” in Ver­bin­dung. Ver­mut­lich waren sei­ne Heil­kräf­te bereits in der Stein­zeit bekannt. Schon in der Anti­ken wur­den die ein­zel­nen Tei­le des Holun­der als Heil­mit­tel gegen Gal­len­er­kran­kun­gen, Ver­schlei­mung und Was­ser­sucht (Was­ser­an­samm­lun­gen im Kör­per, die meist auf Herz­in­suf­fi­zi­enz zurück­zu­füh­ren sind) ver­wen­det. Bis heu­te besitzt der Holun­der im Volks­glau­ben magi­sche Kräf­te.

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Auf­grund sei­ner schweiß­trei­ben­den Wir­kung wird heu­te der Tee aus getrock­ne­ten Holun­der­blü­ten* vor allem bei Erkäl­tun­gen sowie bei Schlaf­stö­run­gen ange­wen­det. Er hat schweiß­trei­ben­de und schleim­lö­sen­de Wir­kung.

Zube­rei­tung des Holun­der­blü­ten­tees: 1½ TL getrock­ne­te Holun­der­blü­ten je Tas­se mit hei­ßem Was­ser über­gie­ßen und 8–10 Minu­ten zie­hen las­sen.

Von mei­ner Oma – Gott habe sie selig! – weiß ich, dass klei­ne Säck­chen mit getrock­ne­ten Holun­der­blü­ten Klei­der­mot­ten fern hal­ten. Vor­beu­gend kom­men die bei uns jedes Jahr in den Klei­der­schrank. Das kos­tet außer eine klei­ne Mühe rein gar nichts und ist außer­dem garan­tiert che­mie­frei!

Äußer­lich ange­wen­det, hel­fen Holun­der­blü­ten auch gegen Haut­un­rein­hei­ten und als Umschlä­ge bei Augen­ent­zün­dun­gen und Son­nen­brand. In Dampf­bä­dern ver­wen­det man sie gegen Neben­höh­len­en­t­zün­dun­gen und Bron­chi­tis.

Auch ande­re Tei­le des Holun­ders haben Heil­wir­kung: Umschlä­ge um den Kopf aus fri­schen Holun­der­blät­tern wir­ken gegen Kopf­schmer­zen. (Ent­fer­nen, sobald sie Kör­per­tem­pe­ra­tur ange­nom­men haben, spä­tes­tens aber nach einer Stun­de.)

Ein Holun­der­blatt auf die erkrank­te Stel­le gelegt, soll bei Hämor­rhoi­den hel­fen.

Wei­te­re Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten des Holun­der fin­det ihr beim Käse­kes­sel: Holun­der (Sam­bu­cus nigra L), beim Kräu­ter­al­ler­lei oder auch in einem der vie­len schö­nen Bücher über den Holun­der*.

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  1. Gut, dass du fragst. Dies­mal habe ich sie nicht gewa­schen. Bis jetzt habe ich kei­ne Käfer oder ande­re Tie­re dar­in ent­deckt. Und gesam­melt sind mei­ne auch fern aller Stra­ßen etc. Muss aber jeder selbst wis­sen. Wenn Waschen, dann vor­sich­tig, damit nicht zu viel vom Blü­ten­staub ver­lo­ren geht. Das ist der Haupt­ge­schmacks­trä­ger. Das Was­ser dann vor­sich­tig abschüt­teln – je nach Ver­wen­dung. Für Sirup oder Gelee kön­nen sie nass blei­ben. Kom­men ja sowie­so wie­der ins Was­ser. 😉 Viel Erfolg und LG, Sil­ke

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