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Olet lucernam!? 
Zum Namen meines Blogs

2. Mai 2016

Ich bin euch bis­lang die Erklä­rung mei­nes Blo­gna­mens schul­dig geblie­ben. Latein gehört nun­mal lei­der nicht (mehr) zum all­ge­mei­nen Bil­dungs­ka­non. Höre ich da etwa ein: „Gott sein Dank!“?

Selbst habe ich irgend­wann in grau­er Vor­zeit mal das Lati­num gemacht und danach so gut wie alles gleich wie­der ver­ges­sen. Mei­ner Toch­ter lernt jetzt aber in der 5. 6. 7. Klas­se am Gym­na­si­um Latein und hat eine her­vor­ra­gen­de Latein­leh­re­rin. Latein gehört des­halb zu ihren Lieb­lings­fä­chern und das sieht man zu Mamas Freu­de auch an den Noten.

Was soll ich sagen? Wie das bei Mamas so ist: Ich ler­ne mehr oder weni­ger frei­wil­lig mit! Es ist erstaun­lich, wie plötz­lich längst ver­schol­le­nes Wis­sen sei­nen Weg zurück ins Gedächt­nis fin­det und wie schnell man sich Voka­beln nur durch das Abfra­gen vor einer Klas­sen­ar­beit mer­ken kann!

Als ich mit mei­nem Blog Anfang 2016 begann, muss­te natür­lich auch ein unver­wech­sel­ba­rer Name her und war­um kei­ner in Latein?

Hier die Erklä­rung:

Wörtliche_und_ursprüngliche_Erklärung2-min

Aus: Johann Anger, Wört­li­che und ursprüng­li­che Erklä­rung, nebst Anwen­dung der, in dem zwey­ten Gram­ma­ti­kal-Schul­bu­che ent­hal­te­nen latei­ni­schen Sprich­wör­ter, sammt einer deut­li­chern theo­re­tisch­prak­ti­schen Erör­te­rung des römi­schen Kalen­ders (etc.), Wien 1798, S. 29–30. (Goog­le Books)

Für alle, die das nicht lesen kön­nen (Recht­schrei­bung wie im Ori­gi­nal):

Olet lucer­nam, es riecht nach Lam­pe. Wird von einem sehr aus­ge­dach­ten, und mit dem höchs­ten Flei­ße aus­ge­ar­bei­te­ten Wer­ke gesagt. Ist her­ge­lei­tet von denen, wel­che beim Lich­te stu­diren und gelehr­te Wer­ke ver­fer­ti­gen. Ad Clean­tis lucer­nam (olet) es riecht nach der Lam­pe des Kle­an­thes(*), der ein sehr flei­ßi­ger Phi­lo­soph, und Nach­fol­ger des Zeno war. Die Anwen­dung ist wie oben. Eine sehr flei­ßig und mit vie­ler Ueber­le­gung gemach­te Sache.“

(*) Kle­an­thes (331 bis 232 v. Chr.) aus Assos (heu­te: Behram­ka­le) war ein grie­chi­scher Phi­lo­soph aus der anti­ken Land­schaft Tro­as (West­tür­kei – dort liegt auch Troja/​). Er ver­dien­te sich sei­nen Lebens­un­ter­halt, indem er nachts als Teig­kne­ter und Was­ser­trä­ger arbei­te­te.

Quel­le: Eis­ler, Rudolf: Phi­lo­so­phen-Lexi­kon. Ber­lin 1912, S. 353. (Zeno.org)

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 23. Mai 2018 @ 22:36

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